Innovation Award AGRITECHNICA 2019

Eine von der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) eingesetzte neutrale Expertenkommission hat aus den 291 zugelassenen Neuheiten-Anmeldungen nach strengen Kriterien die Gewinner ermittelt.

Neuheiten Magazin (PDF)

Eine Innovation erhält eine Gold- und 39 Innovationen erhalten eine Silbermedaille.

Mit dem Innovation Award in Gold wurde ausgezeichnet: 

John Deere Walldorf GmbH & Co. KG (Halle 13 Stand C40)
eAutoPower Getriebe und intelligentes e8WD System

Gemeinschaftsentwicklung mit: JOSKIN S.A., Belgien, (Halle 4 Stand C12)

In Landwirtschaftstraktoren kommen seit über 20 Jahren Stufenlosgetriebe mit hydrostatisch-mechanischer Leistungsverzweigung zum Einsatz. Für elektrische Antriebe mit höherem Leistungsbedarf auf dem Traktor (Lüfter, Druckluft-/Klimakompressor usw.) oder auf Anbaugeräten wurden bislang zusätzliche Generatoren verbaut. Das eAutoPower-Getriebe für die neuen 8R-Großtraktoren von John Deere stellt nun das erste elektrisch-mechanisch leistungsverzweigte Getriebe in der Landtechnik dar.

Technisch wird auf die Hydroeinheit (Pumpe/Motor) komplett verzichtet, stattdessen kommen zwei E-Maschinen als stufenloses Stellglied zum Einsatz. Die E-Maschinen sind so dimensioniert, dass sie nicht nur den Fahrantrieb versorgen, sondern zusätzlich bis zu 100 kW elektrische Leistung für externe Verbraucher bereitstellen können. Die dadurch mögliche Traktor-Geräte-Elektrifizierung wird an einer gemeinsam mit der Firma Joskin entwickelten Systemlösung für die Gülleausbringung demonstriert, bei welcher zwei Achsen eines Tridem-Güllefasses elektrisch angetrieben werden. Traktorseitig resultieren aus dieser Integration eines elektrischen Leistungspfades verbesserte Getriebewirkungsgrade und geringere Unterhaltskosten. Zusätzlich können bei Abnahme von elektrischer Leistung für externe E-Komponenten die bei leistungsverzweigten Getriebestrukturen in bestimmten Betriebspunkten auftretenden Blindleistungsflüsse „angezapft“ werden, was den Gesamtwirkungsgrad weiter verbessert. In der Kombination mit einem Achsantrieb am Güllefass ergeben sich im praktischen Einsatz u. a. höhere Traktion, geringerer Schlupf und bessere Spurführung in Seitenhängen.

Mit dem Innovation Award in Silber wurden ausgezeichnet:

Automatisierte Fahrzeug- und Geräteführung im Weinbau

Gemeinschaftsentwicklung mit: Braun Maschinenbau GmbH (Halle 20 Stand B14f)

Die mechanische Unterstockbearbeitung in Reben erfordert vom Traktorfahrer hohe Konzentration. Der Traktor muss exakt gelenkt werden, gleichzeitig gilt es die Anbaugeräte zu überwachen und zu steuern. Die von Fendt und Braun gemeinsam entwickelte automatisierte Fahrzeug- und Geräteführung erhöht die Flächenleistung im Weinbau wesentlich – bei gleichzeitiger Entlastung des Fahrers. Mittels Lasertechnik werden Bodenkontur, Rebstöcke, Pfähle usw. erfasst und die Informationen über eine ISOBUS-Schnittstelle an den Schmalspurtraktor Fendt 200V Vario weitergegeben. Mit einem Gyroskop wird überdies die 3D-Position ermittelt und der Traktor übernimmt gestützt auf diese Informationen die Spur- und Geräteführung. Links und rechts angebaute Zwischenachsarbeitsgeräte können unabhängig voneinander in Höhe und Breite gesteuert werden, das System kann aber auch für die Seitenführung von Heckmulchern verwendet werden. Die kombinierte Traktor-/Gerätesteuerung erleichtert somit die mechanische Unterstockbearbeitung. Neben Fahrerentlastung und höherer Flächenleistung macht ein exakteres Führen der mechanischen Werkzeuge auch einen reduzierten Einsatz anderer Pflanzenschutzmaßnahmen möglich.

Fendt IDEALDrive

Während der Druschfruchternte beeinträchtigen das Lenkrad und die Lenksäule die Sicht auf den Einzug des Erntegutes direkt vor dem Schrägförderer. Dies gilt insbesondere unter schwierigen Erntebedingungen. Zu spät erkannte Gutflussprobleme mit der Folge möglicher Verstopfungen und Stillstandszeiten und eine insgesamt reduzierte Druschleistung sind die Folge. AGCO schafft mit Fendt IDEAL Drive freie Sicht auf den Bereich direkt vor dem Mähdrescher durch den Verzicht auf Lenksäule und Lenkrad. Der Fahrersitz ist mit einer linken Armlehne mit Joystick versehen. In diesen sind alle Funktionen einer Lenksäule vom Lenkrad bis zum Blinker integriert. Die Intensität der Lenkbefehle ist umgekehrt proportional zur Fahrgeschwindigkeit, was die Sicherheit bei Straßenfahrten bis 40 km/h erhöht. Das System erfüllt die EU-Anforderungen an die Straßenzulassung. IDEAL Drive ist die erste selbstfahrende landwirtschaftliche Arbeitsmaschine mit vollständiger Joystickbedienung. Neben der verbesserten Sicht erhöhen sich Wendigkeit und Bedienkomfort bei der Erntearbeit sowie die Übersicht bei Straßenfahrt und somit die Sicherheit. Insgesamt leistet die Technik, ähnlich wie im Baumaschinenbereich, einen Beitrag zur Steigerung der Effizienz des Mähdrusches.

398 MPT  - High Speed Flotation Truck Tire

Agrar-Trucks sind mit ihrer Antriebs- und Fahrwerktechnik für den Offroad-Bereich ausgelegt und gewinnen in der europäischen Land- und Forstwirtschaft zunehmend an Bedeutung. Bisher gab es für die Hinterachsen einer Vielzahl dieser Fahrzeuge keine geeignete Bereifung, bei der man im Feld den Luftdruck auf ein vertretbares Niveau absenken und gleichzeitig auf der Straße bei erhöhtem Luftdruck eine Fahrgeschwindigkeit von mehr als 65 km/h darstellen konnte. Der Alliance 398 MPT ermöglicht jetzt die schnelle Fahrt auf Autobahnen und Schnellstraßen und bietet aufgrund der Profilgestaltung und des reduzierten Reifeninnendrucks auf dem Feld und im Gelände eine sehr gute Traktion und reduzierte Bodenbelastung. Die Konstruktion mit Stahlgürteln und Stahlkarkasse ermöglicht eine geringe Erwärmung bei hoher Fahrgeschwindigkeit, Fahrsicherheit und eine flexible Geländeanpassung bei reduziertem Reifeninnendruck.Durch Reifen wie den Alliance 398 MPT wird die Grenze zwischen Acker und Asphalt durchlässiger, d. h. die auf der Straße im Vergleich zu Traktoren wesentlich energieeffizientere LKW-Technik kann bei landwirtschaftlichen Transporten auch teilweise unter den veränderten Bodenverhältnissen auf dem Feld eingesetzt werden.

AmaSelect Row

Beim Hacken von Reihenkulturen werden die Flächen zwischen den Reihen bearbeitet, nicht jedoch die Flächen in Längsrichtung zwischen den Pflanzen. Diese Lücke in der Unkrautbekämpfung ist zurzeit rein mechanisch noch nicht zu schließen, kann jedoch über eine Kombination mit speziellen Bandspritzgeräten geschlossen werden. Dabei sind die Einsatzbedingungen beider Systeme eher konträr zu sehen. Die Hacke arbeitet optimal unter trockenen Bedingungen und die Pflanzenschutzmittel wirken besser bei entsprechender Bodenfeuchte. Das AmaSelect Row-System ermöglicht dem Anwender, mit einem „Standard“-Feldspritzgerät im Feldeinsatz in verschiedenen Reihenkulturen (Zuckerrüben, Mais, Kartoffeln etc.) ohne Umbaumaßnahmen und jederzeit von Flächenapplikation auf Bandapplikation umzuschalten. Der 4-fach-Düsenkörper AmaSelect bietet hierzu eine 50-cm-Teilbreitenschaltung und Düsenpositionen im 25-cm- und 50-cm-Abstand mit flexibler Schaltung jeder einzelnen Düse. Dieser einmalige Düsenkörperaufbau ermöglicht Reihenbezug sowohl bei 75-cm- als auch 50-cm-Reihenweite ohne Umbaumaßnahme. Je nach Reihenweite der Kulturen bestückt und programmiert man eine betriebsindividuelle Düsenkonfiguration. Per Tastendruck schaltet man beliebig von der Bandapplikation auf die übliche Flächenapplikation um. Im Bedienterminal wird die gewünschte Applikationsmenge für Flächen- und Bandapplikation hinterlegt. So ist die Aufwandmenge bei einem Funktionswechsel automatisch angepasst und es kommt nicht zu Überdosierungen im Band. Grundvoraussetzung für eine Bandapplikation mit diesem Verfahren ist natürlich die exakte Anlage der Kultur schon bei der Aussaat mittels RTK und auch eine genaue Spurführung. Des Weiteren wird eine optimale Gestängelage vorausgesetzt. Denn die Bandbreite ergibt sich durch den Düsenabstand zum Boden jeder einzelnen Düse. Bei den hier verwendeten Spezialdüsen mit einem 40-Grad-Spritzwinkel ergibt sich bei einem Abstand zum Boden von 35 cm eine Bandbreite von 25 cm, die natürlich je nach Gestängehöhe entsprechend variiert werden kann. Traditionell wird die Bandspritzung oft mit der mechanischen Unkrautbekämpfung kombiniert. Über AmaSelect Row wird eine Entkopplung beider Verfahren erreicht, kann jedes System im entsprechenden Optimum gefahren und somit die Schlagkraft beider Systeme optimal genutzt werden. In der Summe wird der Pflanzenschutzmittelaufwand in Reihenkulturen ohne Schlagkraftverluste deutlich reduziert. Dies senkt Kosten und schützt gleichzeitig die Umwelt.

EasyMix

Mit dem Ziel, preisgünstige Einzeldünger einzusetzen und gleichzeitig mehrere Nährstoffe im gewünschten Verhältnis auszubringen, werden in erheblichem Umfang Mischdünger dezentral gemischt. Abgesehen von einigen standardmäßig hergestellten Mischdüngern mit definiertem Nährstoffverhältnis und definierten Ausgangskomponenten, gibt es für die überwiegend dezentral hergestellten bedarfsorientierten Düngermischungen bisher keine Hilfsmittel, wie z. B. Streutabellen, die es ermöglichen, den Düngerstreuer entsprechend den Eigenschaften der Düngermischung optimal einzustellen. Mit der App „EasyMix“ von Amazone kann bei Zweischeibenstreuern bereits vor der Mischung nach Eingabe der Düngerstreuereigenschaften, der Arbeitsbreite und der geplanten Mischkomponenten die Querverteilung der einzelnen Komponenten abgeschätzt und die optimale Düngerstreuereinstellung für die Mischung ermittelt werden. Bei der Ermittlung der zu erwartenden Streuqualität werden Wechselwirkungen der Einzelkomponenten auf der Streuscheibe und das unterschiedliche Flugverhalten berücksichtigt. Die App verringert somit die Gefahr, dass eine ungleichmäßige Nährstoffverteilung durch ungeeignete Mischungskomponenten, zu große Arbeitsbreite oder falsche Düngerstreuereinstellung entsteht.

3D Varioflex

Weitere Fruchtfolgen mit einem höheren Anteil von Hülsenfrüchten erfordern Schneidwerke mit flexiblen Messerbalken, um die nahe an der Bodenoberfläche befindlichen Früchte mit möglichst geringen Aufnahmeverlusten zu ernten. Diese Schneidwerke sollen jedoch ebenso getreide- und rapstauglich sein, wie dies für übliche Schneckenschneidwerke mit variabler Schneidtischlänge gilt. BISO hat mit dem Schneidwerk 3D Varioflex die Vorteile von flexiblem Messerbalken und variabler Schneidtischlänge erstmals vereint. Der Messerbalken ist insgesamt über 25 cm höhenbeweglich, und die Auflagekraft des Messerbalkens auf dem Boden wird per Kraftsensoren in den Parallelogrammträgern des Schneidtisches gemessen. Der Auflagedruckbereich lässt sich von 0 bis 50 kg einstellen, sodass die hinten mit dem Rahmen verbundenen Träger den Messerbalken aktiv über Bodenunebenheiten führen. Die Vertikalbewegungen des variablen Schneidtisches werden durch seine Ausführung mit schuppenartig überlagernden Leitblechen ermöglicht. BISO stellt dem Landwirt erstmalig ein Schneckenschneidwerk mit aktiver Bodenanpassung des Messerbalkens zur Verfügung, das anstelle eines konventionellen Schneidwerkes mit variabler Schneidtischlänge und eines Flexschneidwerkes genutzt werden kann und somit Kosten spart.

CEMOS AUTO Performance

Die Motorleistung und damit das Leistungspotential der Feldhäcksler sind in den letzten Jahren stetig gestiegen. Für die Ernte von Mais und GPS mit kontinuierlichem Gutfluss ist ein Ausschöpfen der Motorleistung gegeben, für die Ernte von Anwelksilage jedoch reichen 500 – 600 PS vollkommen aus. „Überschüssige“ Leistung führt hier vor allem zu einem Diesel-Mehrverbrauch. CEMOS AUTO Performance bietet die Möglichkeit, überschüssige Leistung über veränderte Motorkennlinien der aktuellen Bedarfssituation anzupassen. Im praktischen Einsatz schaltet der Fahrer das Assistenzsystem ein und wählt zunächst eine Motordrehzahl, eine Geschwindigkeit und eine der zehn Motorkennlinien vor. Nach der Betätigung des Autopiloten fährt das Gespann los. Die voreingestellte Motordrehzahl wird von der Maschine direkt angenommen und über die automatische Regelung konstant gehalten. Ist die voreingestellte Motorleistung aufgrund eines schwachen Erntebestandes zu hoch, wechselt das System bei konstanter Fahrgeschwindigkeit und Motordrehzahl automatisch in eine niedrigere und damit effizientere Leistungsstufe. Analog schaltet das System in eine höhere Leistungsstufe, wenn die Erntemenge steigt. Die automatische Steuerung der Motorleistung entlastet Fahrer und Abfahrer auf eine sehr angenehme Weise, die möglichen Dieseleinsparungen von bis zu 15 % entlasten die Umwelt.

APS Synflow Walker

Die Druschleistung von Schüttler-Mähdreschern lässt sich nicht weiter durch eine Vergrößerung der Dresch- und Trennaggregate erhöhen, weil das Bauvolumen und hier insbesondere die Maschinenbreite begrenzt sind. Folglich wurde das Tangentialdreschwerk in Schüttlermaschinen bisher entweder um eine dem Dreschwerk nachgelagerte Abscheidetrommel oder um eine vorgelagerte Beschleuniger-Vorabscheidetrommel ergänzt. Jede zusätzliche Abscheidetrommel zerstört das Stroh jedoch in höherem Maße und reduziert die Zugänglichkeit zu den Dresch- und Abscheidekörben. Claas kombiniert mit APS Synflow Walker die beiden Dresch- und Abscheidesysteme. Der bekannten Beschleunigertrommel folgt eine auf einen Durchmesser von 75,5 cm vergrößerte Dreschtrommel. Anstelle der Wendetrommel trennt eine Abscheidetrommel mit 60 cm Durchmesser Restkorn vom Stroh und danach folgt die Wendetrommel. Trotz reduziertem Dreschkorbumschlingungswinkel erhöht sich so die Dreschweglänge im Vergleich zum Vorgängermodell. Das Erntegut fließt somit gradliniger, kraftsparender und strohschonender. Alle Drehzahlen und Korbspaltweiten sind synchronisiert, sodass keine zusätzlichen Einstellungen erforderlich sind; das Intensiv-Dreschsegment lässt sich per Schalter aktivieren. Die erstmalig bei einem Tangentialsystem zur Seite ausziehbaren Dresch- und Abscheidekorbteile reduzieren den Umrüstaufwand in hohem Maße. APS Synflow Walker erhöht so die Druschleistung und den Bedienkomfort sowie gleichzeitig die Arbeitsqualität des Tangential-Dresch- und Abscheidesystems.

CEMOS Auto Chopping

Die Anpassung der Einstellung von Gegenschneide und Reibleiste an verschiedene Eigenschaften des Strohs wird häufig unterlassen, weil dazu der Mähdrescher stehen muss. Selbst bei einer Einstellmöglichkeit während der Erntearbeit fehlen dem Bediener die Kennwerte, um eine Optimierung der Stellwerte nach seinen agronomischen Zielen vorzunehmen. Claas hat mit CEMOS Auto Chopping erstmals die Optimierung der fruchtabhängigen Einstellungen des Strohhäckslers automatisiert. Ein Sensor im Schrägförderer misst die Strohfeuchte. Die Gutschichtdicke im Schrägförderer dient ebenfalls als Eingangssignal für den Automaten. Somit werden die Häckslereinstellungen kontinuierlich an die Erntebedingungen angepasst – auf einer Teilfläche mit höherer Strohfeuchte wird aggressiver gehäckselt. Der Bediener gibt per Schiebeschalter lediglich vor, in welchem Bereich zwischen höchster Häckselqualität oder maximaler Effizienz das System arbeiten soll. Zusätzlich bietet das System eine Reinigungs- und Sicherheitsfunktion. Wenn kein Gutfluss gemessen wird, werden Gegenschneide und Reibleiste zur Reinigung hin und her- und bei kurzfristig drohenden Überlastungen ausgeschwenkt. Mit CEMOS Auto Chopping gelangt kontinuierlich so viel Leistung wie nötig, aber so wenig Leistung wie möglich in den Strohhäcksler. Dies spart im Vergleich zu bisherigen Einstelltechniken Kraftstoff und bietet gleichzeitig acker- und pflanzenbauliche Vorteile.

ISOMAX

Gemeinschaftsentwicklung mit:
OSB AG (Pavillon 11 Stand C02)
Fliegl Agrartechnik GmbH (Halle 04 Stand A40)
Competence Center ISOBUS e.V. (Halle 27 Stand G33)

Eine der großen Herausforderungen für die Implementierung neuer ISOBUS-Anwendungen waren bislang die hohen Kosten für Hardware, Softwareentwicklung sowie Wissensdefizite der Absolventen von Forschungs- und Bildungseinrichtungen. Für eine kontinuierliche Weiterentwicklung des ISOBUS als systemintegrierendes, zentrales Element der Landtechnik fehlte insbesondere eine Start-up-Szene mit innovativen, marktfähigen Eigenentwicklungen von elektronikversierten Praktikern, Schülern und Studenten. ISOMAX von AgXtend stellt hier eine neue Lösung für künftige ISOBUS-Anwendungen dar. Das vollständig AEF-zertifizierte System arbeitet markenunabhängig und bietet einen kompletten Lieferumfang vom Stecker bis zur ECU. ISOMAX lässt sich über jedes ISOBUS-Terminal bedienen und bietet so die Möglichkeit, ältere Geräte einfach nachzurüsten und an den ISOBUS des Traktors anzuschließen. Elektronikversierte Praktiker, Schüler und Studenten in der Ausbildung oder Profis können dank des quelloffenen ISOBUS-Dev-Kits sehr kostengünstig ISOBUS-konforme Individuallösungen kreieren. ISOMAX stellt eine automatische Anbaugeräterkennung sowie die ISOBUS-Funktion „TC-GEO“ bereit. Somit entfällt die manuelle Bildschirmeingabe und es sind Precision-Farming-Anwendungen möglich; beispielsweise werden Abmessungen des Anbaugerätes für die Nutzung des Traktorlenksystems bereitgestellt. Ein eingebauter MEMS-Sensor dokumentiert zuverlässig Arbeits- und Fahrzeiten und führt ein Logbuch über tatsächlich geleistete Arbeitsstunden. Ebenso sind Vernetzungen, wie z. B. mit dem „Fliegl Counter“, möglich. Mit ISOMAX eröffnen sich neue Kombinationen aus ISOBUS-Plattformen und daran angeschlossenen Sensorsystemen als integraler Teil der ISOBUS-Evolution. Dank der geringen Kosten ermöglicht ISOMAX auch Kleinbetrieben den Einstieg in die ISOBUS-Welt.

ESM system biduxX©

Wenn es auf hohe Schlagkraft ankommt, hat das Doppelmesser konzeptionelle Nachteile wie eine höhere Fremdkörperempfindlichkeit, höheren Wartungsaufwand und einer begrenzte Arbeitsgeschwindigkeit. Unter veränderten Rahmenbedingungen, wie Standorte mit schwacher Tragfähigkeit des Bodens oder im alpinen Bereich, sind der geringe Leistungsbedarf, das geringe Gewicht und der exakte Schnitt von Vorteil. Das neue Doppelmesser bidux X zeichnet sich durch mehrere interessante und bedeutende Details aus. Mit der neuen Klingengeometrie wird eine deutlich verbesserte Auflage zwischen Ober- und Untermesserklingen erreicht, diese reduziert sowohl den Verschleiß als auch die Schnittspaltbildung. Die neue Klingengeometrie gewährleistet außerdem ein Nachschleifen der gesamten aktiven Schneidkanten von Ober- und Untermesser. Durch die veränderten Pilzaufnahmen der beiden Messer und neuen Begrenzungsführungen wird eine stark reduzierte Schnittspaltbildung erreicht, was sich im praktischen Einsatz an einer längeren Standzeit der geschliffenen Messer zeigt. Ein Satz Messer für eine Tagesleistung sind eine neue und wichtige Formel im naturnahen Einsatz des Doppelmessers. Die großen Stärken dieses stark verbesserten Mähsystems sind sauberes und schneller trocknendes Futter, geringerer Dieselverbrauch und weniger Grasnarbenschäden dank kleiner Traktoren, rascher nachwachsende Wiesen und der Schutz der gesamten Wiesenfauna. Für Einsätze, bei denen ein großer Wert auf Nachhaltigkeit gelegt wird, ist dies die Technik der Wahl, zumal sich die Anschaffungskosten auf dem gleichen Niveau von Rotationsmähwerken bewegen.

ModulaJet

Beim Anbau von Reihenkulturen werden schon seit Langem biologisch abbaubare Plastikfolien eingesetzt. Durch diese Bedeckung des Bereichs der Saatreihe kann die Unkrautbekämpfung vereinfacht, die Wasserverdunstung reduziert und über die Erwärmung des Oberbodens die Jugendentwicklung und Vegetationsdauer der Kulturen positiv beeinflusst werden. Bei vielen Systemen werden die Folien durch die Saatgutablage mit Stempelsaatmaschine oder kurz danach mit mechanischen Elementen gestanzt. So können die Jungpflanzen die Folie später durchbrechen, ohne sie zu zerreißen. Entsprechend können sich in diesen Bereichen Unkräuter etablieren, deren Entfernung schwierig und aufwändig ist. Mit dem ModulaJet-System stellt Forigo Roter Italia SRL nun eine innovative Technik zur Saatgutablage in diesen Foliensystemen vor. Die Saatkörner werden hierbei pneumatisch vereinzelt, in einem Luftstrom beschleunigt und von oben durch die bereits ausgelegte Folie hindurch in den Boden befördert. So entsteht exakt über dem Saatkorn ein sehr kleines Loch in der Folie und aufgrund der geringen Lochgröße können sich kaum Unkräuter entwickeln. Die Ablagetiefe wird durch die Stärke des Luftstromes bestimmt, die Saatdichte und die Folienablage am Feldende elektronisch gesteuert. Das System ist für großkörniges Saatgut wie Mais oder Soja optimiert.Mit der Verringerung der Lochgröße in der Folienbedeckung der Saatreihe geht eine deutliche Reduktion des Unkrautaufkommens nach dem Durchbrechen der Jungpflanzen einher. Dadurch reduziert sich der Aufwand zur Bestandspflege.

SmartCut

Mit zunehmenden Arbeitsbreiten und Erntegeschwindigkeiten der Mähdrescher sowie veränderlichen Schnittkräften der Druschfrüchte nehmen die mechanischen Anforderungen an den Mähmesserantrieb und die Mähtechnik ebenfalls zu. Bisher wurde mit konstanter Drehzahl des Messerantriebes geerntet, und während der Ernte auftretende Defekte wurden durch Geräuschentwicklung oder ein mangelhaftes Schnittbild oder sogar Verstopfungen am Messerbalken erkannt. Bei der SmartCut-Technologie für Messerantriebe werden erstmals ein Drehwinkel- und ein Drehkraftsensor in das Getriebe integriert. Der Drehwinkelsensor misst indirekt die Position des Mähmessers, der Drehkraftsensor die Antriebskraft an der jeweiligen Position. Auf diese Weise kann SmartCut zwischen Schneid-, Reibungs- und Spitzenkräften differenzieren. Letztere treten auf, wenn Messerklingen mit Fremdkörpern oder gegen Finger kollidieren. Erhöhte Reibungskräfte treten bei verbogenen Fingern oder Messerklingen oder sonstigen Defekten auf. Die Schnittkraft ist frucht- und fahrgeschwindigkeitsabhängig. SmartCut schafft somit erstmals die Grundlage für eine lastabhängige Regelung des Messerantriebes. Die gemessene Schnittkraft kann auch als Eingangssignal für den Durchsatzregler des Mähdreschers dienen. Mit der SmartCut-Technik ist somit die Vorhersage des Verschleißes und die frühzeitige Detektion von Defekten möglich. Dies reduziert Stillstandzeiten sowie die Reparatur- und somit die variablen Kosten des Mähdrusches.

Maispflücker Horizon Star III Razor

Der Maiszünsler breitet sich auf ganz Deutschland zunehmend aus und ist in allen Maisernteverfahren der wichtigste Schädling. Seine schädigende Wirkung zeigt sich in Ernte- und Qualitätsverlusten durch bescheidene Kolbenansätze sowie durch Befall mit Fusarien, die auch die Folgefrucht Weizen betreffen können. Neben Insektiziden und biologischen Mitteln ist eine der wichtigsten Bekämpfungsstrategien eine gründliche Zerkleinerung der Maisstoppeln unmittelbar nach der Ernte und zwar vor dem Befahren des Ackers mit dem Mähdrescher, Traktor und der Abfuhrlogistik. Daher ist eine Zerstörung der Maisstoppel direkt am Maispflücker erforderlich. Die Fa. Geringhoff hat daher auf der Basis des bekannten Rota Disk-Verfahrens mit zwei Pflück- und einer Schneidwalze einen Maispflücker mit integriertem Stoppelzerkleinerer entwickelt. Dieser besteht aus Winkelmessern an dem Rotor des Hinterpflückerhäckslers unterhalb der Pflückaggregate. Zur maximalen Zerstörung aller Maisstoppeln müssen die Rotoren mit kürzester Distanz zur Bodenoberfläche geführt werden. Dazu hat Geringhoff den Rahmen des Maispflückers Horizon Star III Razor in der Mitte mit einem Drehgelenk versehen. Der mittlere Bereich mit dem Schrägförderer des Mähdreschers sowie die beiden Seitenbereiche werden sensorisch tiefengeführt. Damit leistet der Maispflücker Horizon Star III einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung des Pflanzenschutzes im Körnermaisanbau.

Auslegemäher-Baureihe Scorpion

Parallelbetrieb oder die Bearbeitung unregelmäßiger Objekte – die bisherige Technik von Auslegemähern erforderte für einen Wechsel der Steuerungsart entweder einen Wechsel der Auslegerarme oder eine aufwändige Änderung der Steuerung des Auslegerarmes. Ein spontaner Wechsel der Steuerungsart im laufenden Betrieb war damit nicht möglich. Der Auslegemäher der Baureihe Scorpion verfügt über beide Steuerungsmöglichkeiten des Mähkopfes mit praktischer Anwendungsrelevanz. Der Betrieb in Parallelführung ermöglicht es dem Anwender, mit geringem manuellem Aufwand eine konstante Schnitttiefe einer zu schneidenden Hecke einzuhalten. Gleichzeitig erhält das Gerät aufgrund seines Hybrid-Arm-Systems die Möglichkeit einer flexiblen Standardbedienung, wobei der Mähkopf vom Fahrer entlang unregelmäßiger Bearbeitungsobjekte geführt werden kann. Mit dem neuartigen Hybrid-Arm-System ist ein einfaches Umschalten der beiden Betriebsarten möglich. So kann der Maschinenbediener im Parallelbetrieb seine Aufmerksamkeit verstärkt auf das Arbeitsumfeld richten, was die Arbeitssicherheit verbessert, und dennoch ohne großen Umstellungsaufwand einzelne individuelle Mähaufgaben neben einer eigentlich zu bearbeitenden Hecke erledigen, was die Produktivität erhöht.

SmartView

Digitale Kameratechnologien eröffnen in der Landwirtschaft vielfältige Optionen für die Prozessüberwachung, Dokumentation sowie perspektivisch für „Remote Services“ (Fern-Unterstützung/Service). Für die Rüben- und Kartoffelernte wurden von den Unternehmen ROPA und Grimme innovative Lösungen in diesem Themenbereich entwickelt.„SmartView“ von Grimme fokussiert dabei stärker die Prozessüberwachung auf dem Kartoffelroder, dies schließt die Nutzung und das Zusammenspiel der Beteiligten am Verlesetisch und Fahrersitz ein. Das System bietet mit Zoomfunktionen, Live Slow Motion oder der individuellen Konfiguration der Kamerabilder auf dem Multi-Touch-Display verbesserte Funktionsüberwachungen im Erntegutstrom oder den Wegfall manueller Nachjustierungen der Kameras. Die intelligente und vollautomatisierte Bilddokumentation während der Zuckerrübenernte, integriert in das R-Connect Portal für vernetztes Farm- und Logistikmanagement, steht im Fokus des „R-Connect Monitors“ von ROPA. Die Kamerabilder zum Monitoring des Rübenbestandes vor der Ernte sowie am Entladeband zur Qualitätskontrolle während der Ernte stehen zusammen mit weiteren Maschinendaten und der Auftrags-Zuordnung online zur Verfügung und ermöglichen auch eine Unterstützung des Fahrers von außen.Die beiden Produkte stellen somit einen ersten Schritt für eine vollautomatisierte Maschineneinstellung von Rodern dar. Neben der Möglichkeit zur Online-Optimierung des Rodevorgangs können bei der Wartung unnötige (Anfahrts-)Kosten eingespart und über eine veränderte Logistik die Qualität der zur Verarbeitung angelieferten Rüben verbessert werden.

Automatischer Allround-Vergurtungswagen

Eine sorgfältige Ladungssicherung ist auch beim Transport von landwirtschaftlichen Ballen unabdingbar. Insbesondere die manuelle Ladungssicherung mit Gurten birgt für den Bediener ein hohes Gefahrenpotential und beansprucht viel Zeit, die während der Ernte besonders knapp ist.Der Allround-Vergurtungswagen von Agrarsysteme Hornung automatisiert die vorschriftsmäßige Ladungssicherung mit Gurten mit vergleichsweise wenig Aufwand und benötigt hierfür weniger als 60 Sekunden. Die Automatikspanngurte können am Anhänger beliebig platziert werden. Schwingen an der Vorder- und Rückwand legen die Gurte über die Ladung. Danach werden diese automatisch gespannt. Diese Sicherung funktioniert auch bei Teilbeladung und nicht präzise positionierten Ballen.Trotz knapper Zeitvorgaben kann der Fahrer so die Ladungssicherungsregeln einhalten, die Gefährdung während des Verzurrens und für andere Verkehrsteilnehmer während der Straßenfahrt nimmt deutlich ab.

VENTUM

Gerade im arbeitsintensiven Gemüsebau stellt die generelle Verfügbarkeit von Arbeitskräften ein größer werdendes Problem da. Bei Ernteprodukten wie z. B. Rucola oder Babyleafsalaten kommen zwar vermehrt maschinenunterstützte Ernteverfahren zum Einsatz, die Aufbereitung und Verpackung erfolgt jedoch weiterhin standardmäßig mit einem hohen Arbeitszeitbedarf in einem separaten Arbeitsschritt auf dem Betrieb. Mit der selbstfahrende Erntemaschine VENTUM wird nun erstmalig eine Maschine angeboten, welche Ernte, Aufbereitung und Verpackung in einem automatisierten Prozess zusammenfasst. Nach dem Schnitt wird das Erntegut über ein Fördersystem mit unterschiedlich schnell laufenden Transportbändern in Richtung der Aufbereitung befördert. Durch diese Technik wird das Erntegut gestreckt und locker verteilt. Fremdkörper und unerwünschte Partikel werden bei der Übergabe auf das nächste Band per Luftstrom über einen 30 cm breiten Spalt separiert. Das gereinigte, gewogene und in Kisten abgefüllte Erntegut wird vollautomatisch auf ein Transportfahrzeug übergeben. Die selbstfahrende Erntemaschine VENTUM bietet durch die automatisierte Ernte, Aufbereitung und Verpackung eine wesentliche verbesserte Arbeitsleistung und -qualität. Für die Anbauer stellt dies eine Effizienzsteigerung und Kostenreduzierung dar.

Intelligente Schwingungstilgung für Großpackenpresse

Großpackenpressen ermöglichen eine hohe Transport- und Lagerungsdichte von Halmgut und haben deshalb große Bedeutung in der Landwirtschaft erlangt. Aufgrund der hohen Massen- und Presskräfte induzieren die Großpackenpressen aber Schwingungen, die die Traktorkabine zu unangenehm starken Nickbewegungen anregen, die wiederum den Traktorfahrer belasten. Mit der intelligenten Schwingungstilgung werden diese Schwingungen an Modellen der Traktorbaureihe 7R in Verbindung mit Pressen von John Deere nahezu vollständig eliminiert. Basierend auf den Signalen der Beschleunigungssensoren im GPS-Empfänger und anderen traktorinternen Signalen wird der stufenlose Fahrantrieb mit der Anregungsfrequenz der Ballenpresse so verstellt, dass eine periodische Änderung der Geschwindigkeitsvorgabe die von der Presse induzierten Schwingungen kompensiert. Hierzu ist keine zusätzliche Hardware erforderlich. Für die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit des Traktorfahrers bedeutet diese gezielt zur aktiven Schwingungsreduktion entwickelte Technik eine erhebliche Entlastung.

Vorausschauende Durchsatzregelung

Alle Durchsatzregler von Mähdreschern können erst auf Änderungen der Erntegutbeschaffenheiten reagieren, wenn sich das Material bereits im Erntevorsatz, im Einzugskanal oder im Dreschwerk befindet. Bei sich extrem ändernden Erntebedingungen, wie wechselnd liegender Druschfrucht oder Lücken- und Unkrautteilflächen im Bestand, resultiert daraus eine entsprechend hohe Über- oder Unterbelastung des Mähdreschers mit zu drastisch veränderten Fahrgeschwindigkeiten. Häufig wird der Durchsatzregler dann deaktiviert. John Deere löst dieses Problem durch die vorausschauende Durchsatzregelung. 3D-Stereokameras erkennen die Bestandssituation vor dem Mähdrescher ebenso wie der vorausschauende Fahrer. Bestandshöhen, liegende Bestände mit Lagerrichtung, Lücken, Fahrgassen und geerntete Flächen werden detektiert und per sogenanntem „Machine Learning“ klassiert. Zusätzlich nutzt das System die Daten von Vegetationsmodellen, die aus per Satellit oder anderen Techniken erzeugten Biomassekarten bestehen. Kamera- und Biomassesignale können jeweils auch allein genutzt werden. Sobald der Mähdrescher mit der Ernte beginnt, berechnet das System Regressionsmodelle aus den Echtzeit- und den georeferenzierten Vegetationsdaten. Die Erntebedingungen vor der Maschine sind somit ebenso bekannt wie die Strategien, die der Fahrer nach wie vor vorgibt. Der Mähdrescher fusioniert alle Sensorwerte und stellt in der Folge seine Fahrgeschwindigkeit wie auch seine Einstellungen auf die Erntesituation ein. Der vorausschauende Mähdrescher arbeitet erstmalig automatisch ebenso wie ein von einem vorausschauenden, versierten Fahrer bedienter Mähdrescher. John Deere hat mit dieser Technik einen großen Schritt in der Weiterentwicklung der Automatisierung der Druschfruchternte vollzogen.

Effizienzpaket für Großmähdrescher

Im Vergleich zu Schüttler- ist bei leistungsstärkeren Rotor-Mähdreschern eine weitere Leistungssteigerung durch das Bauvolumen begrenzt. Somit muss für eine weitere Leistungssteigerung das Bauvolumen effizienter genutzt und die Gesamtmaschine konstruktiv auf eine höhere Effizienz ausgelegt werden. Dazu gehören nicht nur Baugruppen für den Antrieb, sondern auch alle anderen Baugruppen vom Einzugskanal bis zum Häcksler. John Deere hat bei der Entwicklung des neuen Doppel-Axialrotor-Mähdreschers nicht nur die Baugruppen zum Dreschen und Abscheiden, sondern auch alle anderen leistungsbestimmenden Baugruppen unter Berücksichtigung maximaler Effizienz überarbeitet. Ziel der Konstruktion war es, auch unter erschwerten Erntebedingungen eine maximale Leistungsstabilität bei möglichst unveränderten Maschineneinstellungen zu erhalten. Dies beginnt bei einem identischen Drehpunkt von Schrägförderer und Zuführtrommel, um den Zuführwinkel zu den Rotoren immer identisch zu halten. Dazu gehört auch ein vollkommen neues schlankes Antriebskonzept auf Riemenbasis, das es erlaubt, bei einem derzeit maximalen Kanalbreitenmaß von 1,72 m und 710er-Frontbereifung eine Transportbreite von 3,5 m einzuhalten. Das Doppel-Axialrotor-Dresch- und Abscheidekonzept wurde auf maximale Strohdurchsatz- und Leistungsstabilitätswerte ausgelegt. Insbesondere bei der Reinigung wurde hoher Wert auf die Ableitung großer Luftvolumenströme auch über die Strohverteiltechnik gelegt, um den Luft-Gegendruck zu minimieren und damit die Windsichtung zu maximieren. Am Häcksler endet die Optimierung durch Ersatz der bekannten Winkelmesser gegen sogenannte „gedellte“ Messer mit Golfball-Luftstromeffekt zur Maximierung des Luftvolumenstromes. Die Gesamtkonstruktion beinhaltet alle aktuell bekannten technischen Maßnahmen zur Maximierung der Effizienz eines Mähdreschers, aus denen sich ein verringerter Input bei maximierter Druschleistung und somit Wirtschaftlichkeit ergibt.

Automatische Garnentfernung für stationäre Premos

Getreide-, Raps- und Maisstroh sind im landwirtschaftlichen als auch industriellen Bereich gefragte Produkte. Als Endprodukte können Pellets, Kurzstroh und Strohmehl das Ziel sein. Die Bergung, der Transport und die Lagerung erfolgen häufig als Quaderballen unterschiedlicher Abmessungen, die für die weitere Verarbeitung wieder aufgelöst werden müssen. Häufig müssen dazu die Garne der Bindung in staubiger Umgebung und in Handarbeit durch eine Arbeitskraft entfernt werden. Mit der automatischen Garnentfernung werden beim stationären Einsatz der Pelletpresse Premos die Bänder der aufzulösenden Großpacken automatisch aufgeschnitten, vom Ballen gezogen und sicher aufgewickelt sowie anschließend in einem Behältnis abgelegt, ohne dass eine Arbeitskraft Hand anlegen muss. Auf der Unterseite des Ballens durchtrennt ein Dreiecksmesser die Garne. Auf der Oberseite rafft eine Harke das Garn zusammen und führt es einer hydraulisch angetriebenen Spindel zu. Diese wickelt das Garn über Drehbewegungen auf und legt es anschließend in einen Behälter ab. Notwendige Ablaufänderungen erfolgen über eine Fernsteuerung. Aus der Arbeitssicherheit, dem Bedienkomfort, der Arbeitserleichterung und der Wirtschaftlichkeit ergibt sich ein hoher Kundennutzen.

EasyCut F 400 CV Fold

Die Straßenverkehrszulassungsordnung beschränkt die zulässige Transportbreite von angebauten Arbeitsgeräten auf 3,00 m. In Abhängigkeit vom Scheiben- und Klingenkonzept bedeutet das bei Frontmähwerken eine Beschränkung der maximalen Arbeitsbreite von ca. 3,20 m, was wiederum beim Mähen zu überfahrenem Futter und „Bärten“ führen kann. Das neue Krone-Scheibenmähwerk EasyCut F 400 CV Fold mit Aufbereiter und einer Arbeitsbreite von 4,00 m bietet im Feldeinsatz alle Vorteile der größeren Arbeitsbreite beim Einsatz von Front-/Heck- und Schmetterlings-Mähwerkskombinationen in Hanglagen und in Kurvenfahrt. Der große Überschnitt verhindert das Mähen und Überfahren von „Bärten“. Für die Straßenfahrt werden die jeweils beiden äußeren Mähscheiben mittels eines klappbaren Mähholms nach hinten eingeschwenkt und bieten für den Straßentransport eine Breite von unter 3,00 m. Maximaler Komfort durch hydraulisches Klappen aus der Schlepperkabine mit mehr Sicherheit bei der Straßenfahrt sind weitere Konzeptvorteile. Mit der hohen Arbeitsbreite des Frontmähwerks kann man auf aufwändige Sensoren und Steuerungen verzichten, die das Mähen von Bärten ermöglichen – eine zusätzliche Technik mit höheren Kosten, die die eigentliche Verfahrensleistung nicht steigert. Die Bildung plattgefahrener Bärte wird vermieden, die Arbeitsqualität steigt.

iQblue connect

Mit der Integration von TIM (Tractor Implement Management) in den ISOBUS-Standard können am Anbaugerät erfasste Sensordaten in Befehle zur Steuerung des Traktors bzw. Anbaugeräts genutzt werden. Viele ältere ISOBUS-fähige Anbaugeräte und Traktoren erfassen zwar die nötigen Daten, ermöglichen diese Steuerungsfunktion hard- und softwareseitig aber nicht. iQblue connect ist ein herstellerübergreifendes, nachrüstbares und portables Modul zur Automatisierung von Gerätefunktionen auf ISOBUS-Basis, mit dem sich TIM-Funktionen nach dem neuesten AEF-Standard einfach und kostengünstig realisieren lassen. Damit kann die Geräte-Aktorik über den Traktor automatisiert angesteuert werden. iQblue connect verfügt über einen GPS-Empfänger, eine Mobilfunkverbindung sowie eine Schnittstelle zur universellen Datenaustauschplattform agrirouter. Zudem ist eine mobile Datenanbindung integriert, um Geräte in die digitale Dokumentation einzubinden. Das System kann über eine einheitliche Schnittstelle einfach und werkzeuglos für verschiedene Anbaugeräte genutzt werden, wobei sich iQblue connect eigenständig auf das neue Gerät konfiguriert. Die Erweiterung des Moduls um gerätespezifische Installationskits ermöglicht es, Funktionen von verschiedenen, auch rein mechanischen Arbeitsgeräten zu automatisieren. iQblue connect kann auch auf vorhandenen Anbaugeräten unter Verwendung der bestehenden Aktorik nachgerüstet werden. Mit Hilfe von iQblue connect kann somit eine Vielzahl von Anwendungen im landwirtschlichen Geräteeinsatz abgedeckt werden. Verschiedene Use Cases, wie Pflug, Grubber oder Saatbettbereitung, werden von der Herstellerfirma gezeigt.

Dino – Autonomer Roboter mit Präzisions-Unkrautbekämpfungsgerät

Die größte Herausforderung bei der mechanischen Unkrautbekämpfung ist die Beseitigung von Unkräutern in den Reihen (zwischen den Kulturpflanzen). Besonders bei Produktionsverfahren, in denen keine Herbizide eingesetzt werden, können diese Bereiche nur mit einem sehr hohen Arbeitskraftaufwand händisch unkrautfrei gehalten werden. Der Roboter Dino in Kombination mit dem Präzisions-Unkrautbekämpfungsgerät ist das erste autonome Gerät, das zur mechanischen Unkrautbekämpfung in den Salatreihen eingesetzt werden kann. Die Maschine lokalisiert den unter ihr liegenden Salat und aktiviert zwei elektrisch angetriebene Messer, die dann zwischen den Kulturpflanzen das Unkraut bekämpfen. Zusätzlich wird eine digitale Karte erstellt, die auch für die Ernte genutzt werden kann. Die Anbauer können mit dieser Technik die Kosten für die händische Unkrautbekämpfung senken. Der Roboter Dino, in Kombination mit dem Präzisions-Unkrautbekämpfungsgerät, bietet eine gewichtsreduzierte Alternative zur am Traktor angebauten Variante, wodurch Verdichtungen reduziert und eine längere Einsatzsicherheit gewährleistet werden.

CX Threshing

Tangentialdreschwerke werden vor allem in Schüttler-Mähdreschern mit hohen Dreschtrommel-Umfangsgeschwindigkeiten genutzt, um die Kornabscheidung am Dreschkorb zu maximieren. Andernfalls nehmen die Schüttlerverluste aufgrund der Kornabscheidung per Schwerkraft in zu hohem Maße zu. Diese Nutzungsweise reduziert jedoch die Kornqualität und erhöht die Geräuschentwicklung des Dreschwerkes. New Holland hat seit der Erfindung des Schlagleistendreschwerkes erstmals die über die Breite durchgehenden Schlagleisten segmentiert und gegeneinander versetzt. Diese Konfiguration bewirkt einen kontinuierlicheren Dreschvorgang mit reduziertem Schlag- und erhöhtem Reibeffekt. Dies erhöht die Kornabscheidung am Dreschkorb und damit die Druschleistung. Die Dreschtrommel nimmt das Druschgut vom Schrägförderer gleichmäßiger an und die typischen Annahmegeräusche sind kaum noch wahrnehmbar. Das Massenträgheitsmoment erhöht sich durch die schwerere Dreschtrommel, wodurch Lastspitzen reduziert werden. Darüber hinaus wird mehr Staub in den Mähdrescher gesogen. Außerdem sind die Edelstahl-Leitschienen der Strohleittrommel erstmalig mit PU beschichtet. Dieser weichere Werkstoff erzeugt einen elastischeren Stoß gegen die Restkörner, wodurch der Körnerbruch reduziert wird. Mit den Neuerungen an der CX-Dresch- und Abscheidetechnik erhöht New Holland die Druschleistung und Arbeitsqualität und damit die Wirtschaftlichkeit der Schüttler-Mähdrescher.

Innovatives Antriebskonzept für HD-Großballenpressen

Für Großballenpressen mit sehr hohen Verdichtungsleistungen sind entsprechende Schwungmassen und/oder Schwungleistungen notwendig. Um beim Anlaufen einer solchen Presse den Schlepper nicht abzuwürgen oder die Zapfwellenkupplung nicht zu verheizen, sind besondere Strategien notwendig. Zum Starten der Presse bedient man sich einer hydraulischen Anlaufhilfe mit bescheidenem Drehmomentangebot oder dem Wechsel der Zapfwellengeschwindigkeiten von 540 auf 1.000 U/min. CNH hat zusammen mit Walterscheid ein neues Antriebskonzept entwickelt, bei dem das Getriebe in Abhängigkeit vom Drehmoment des antreibenden Schleppers mit einer „Power Shift Funktion“ in die gewünschten Schwungraddrehzahlen hochschaltet. So können höhere Schwungraddrehzahlen und dadurch eine höhere Pressenleistung bei geringerer Masse und Dimension des Schwungrades realisiert werden. Technisch wird die Schaltfunktion des Getriebes über innengekühlte Lamellen-Kupplungen umgesetzt. Eine ebenfalls ins Getriebe integrierte innengekühlte Lamellen-Bremse stoppt bzw. bremst den Presskolben in optimaler Startposition und hat die weitere Funktion einer Notbremse, die den Kolben innerhalb von 8 Sekunden zum Stillstand bringt. Da die Bremsung der Schwungräder nicht wie bisher im schmutz- und staubbelasteten Bereich erfolgt, entfällt die bisher hohe Brandgefahr. Über die intelligente Steuerung lassen sich auch die notwendigen Servicemodi wählen. Das neue Antriebskonzept für Großballenpressen erleichtert das Anlaufen der hohen Schwungmasse und schont so Traktor und Zapfwellenkupplung. Die ins Getriebe integrierte Bremse sorgt für sichereres Bremsen unter deutlicher Reduktion der Brandgefahr.

Baler Control System für den T7-Traktor

Großpackenpressen ermöglichen eine hohe Transport- und Lagerungsdichte von Halmgut und haben deshalb große Bedeutung in der Landwirtschaft erlangt. Aufgrund der hohen Massen- und Presskräfte induzieren die Großpackenpressen aber Schwingungen, die die Traktorkabine zu unangenehm starken Nickbewegungen anregen, die den Traktorfahrer belasten. Um diese Schwingungsbelastung zu reduzieren, kann man bei der Traktorbaureihe New Holland T7 einen Pressenmodus wählen. Damit wird die Abstimmung der Vorderachsfederung modifiziert und die Steigung der Abregelkurve im Motorenkennfeld erhöht. Dadurch wird ein Aufschaukeln der Traktor-Geräte-Kombination vermieden, das System entkoppelt und es ergibt sich eine deutliche Reduktion der Schwingungsbelastung. Hierzu ist keine zusätzliche Hardware erforderlich. Das passive System ist auch mit Pressen anderer Hersteller kompatibel.Für die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit des Traktorfahrers bedeutet diese gezielt zur aktiven Schwingungsreduktion entwickelte Technik eine erhebliche Entlastung.

Personen-Schutzschirm für Forstraup

Bei Baumfällungen und hier insbesondere bei Bäumen mit einem hohen Totholzanteil besteht eine Gefährdung für die fällende Person durch herabfallende Äste und Kronenteile. Der Personen-Schutzschirm ist an einer Forstraupe Moritz befestigt und wird vor dem Baum stehend hydraulisch ausgeklappt. Der sich in ca. 2 m Höhe um den Baum herumschließende Schirm schützt die fällende Person insbesondere in der Vorbereitungsphase der Fällung zuverlässig. Gleichzeitig kann die Hydraulik der Raupe bei der eigentlichen Fällung, für die der Schirm dann einseitig wieder geöffnet wird, zur Fällunterstützung genutzt werden. Im Gegensatz zu früheren Ansätzen, bei denen ein Forwarder mit seinem Kran ein „Dach“ über die fällende Person gehalten hat, muss sich die fällende Person nicht unter einem nicht abgestützten Kranarm aufhalten, außerdem sind die Kosten des Forstraupeneinsatzes geringer als die eines Forwarders. Insbesondere vor dem Hintergrund der durch den Klimawandel verstärkt absterbenden Laubbäume kann in geeigneten Bestandessituationen durch den Personen-Schutzschirm die Sicherheit der fällenden Personen verbessert werden. Obwohl eine Befahrung der Bestände abseits von Rückegassen im Einzelfall abgewogen werden muss, stellt das entwickelte System eine wirkungsvolle und vergleichsweise kostengünstige Möglichkeit zur Verbesserung der Arbeitssicherheit dar.

SmartDepth

Bisher muss bei Einzelkornsämaschinen die optimale Ablagetiefe des Saatguts für bestimmte Bodenbedingungen abgeschätzt und auf dieser Basis an der Maschine eingestellt werden. Ändert sich die Bodenfeuchte während der Aussaat, gibt es für die Maschine im Anschluss keine Möglichkeit, auf diese veränderten Bedingungen automatisiert in Echtzeit zu reagieren. SmartDepth erlaubt die automatische und präzise Steuerung der Aussaattiefe einer Einzelkornsämaschine in Abhängigkeit von Bodeneigenschaften wie der Bodenfeuchte. Der Bediener definiert dazu einen Bereich der Ablagetiefen, d. h. er gibt eine minimale und maximale Ablagetiefe vor, außerdem wird der minimale Bodenfeuchtewert festgelegt. Während der Aussaat wird die Bodenfeuchte in der jeweiligen Bodenschicht mit einem Sensor in Echtzeit erfasst und bereitgestellt sowie die Ablagetiefe mittels eines elektrischen Aktors ggf. automatisch vergrößert, um eine für das Saatgut ausreichende Keimfeuchte sicherzustellen. Durch die automatische Anpassung der Ablagetiefe nach der Bodenfeuchte werden eine gleichmäßige Keimung und ein gleichmäßiger Feldaufgang erreicht, was zu einem homogeneren Pflanzenbestand führt. Vielmehr wird die Aussaat an sich ändernde Bodeneigenschaften innerhalb eines Schlages angepasst und entsprechende Risiken für die Keimung verringert. Da man nicht wie bisher mit einem Zuschlag an Aussaatmenge, d. h. kleinerem Soll-Pflanzenabstand, auf den zu erwartenden, nicht optimalen Feldaufgang reagieren muss, ist mit Einsparungen an Aussaatmengen zu rechnen.

Hill Control-Regelsystem

Zwar ist es möglich, die Düngerverteilung bei Scheibenstreuern über die Veränderung von Aufgabepunkt, Scheibendrehzahl und Dosiermenge zu variieren, bisher kann aber kein System die veränderte Wurfweite und das verzerrte Streubild am Hang ausgleichen. Aktuelle Lösungen versuchen, die Veränderung des Aufgabepunktes beim Düngerstreuen am Hang durch eine geringe Fallhöhe zwischen Dosierung und Wurfscheibe oder durch eine Zwangsführung des Düngers auf die Wurfscheibe möglichst gering zu halten. Zusätzlich kann das Streubild an den Wurfscheiben mit radargestützten Messsystemen erfasst und ggf. ebenfalls während der Streuarbeit korrigiert werden. Das Regelsystem „HillControl“ der Firma Rauch ist eine Software, die in Verbindung mit einem Neigungs- und Gierratensensor bei Scheibenstreuern durch Veränderung von Aufgabepunkt, Scheibendrehzahl und Dosiermenge die Verteilgenauigkeit beim Düngerstreuen speziell in hügeligem Gelände verbessert. So wird über eine gesteuerte Anpassung des Aufgabepunkts die Wurfweite und Wurfrichtung des Düngerkorns während des Streuens verändert und so die Verzerrung des Streubildes korrigiert. Das Regelsystem „HillControl“ verbessert insbesondere in stark kupiertem Gelände die Verteilgenauigkeit beim Einsatz von Zweischeibenstreuern deutlich. Darüber hinaus werden auch Über- und Unterdosierungen beim Überfahren von Kuppen und beim Durchfahren von Senken verringert.

MultiRate-Dosiersystem

Beim MultiRate-Dosiersystem für Pneumatikstreuer der Firma Rauch werden die Dosierorgane jeder einzelnen Düngerauslassöffnung unabhängig voneinander, stufenlos regelbar, elektrisch angetrieben. Der elektrische Antrieb mit einer Spannung von 48 V ermöglicht sehr kurze Verstellzeiten und somit eine schnelle Variation der Düngermenge auch in Fahrtrichtung. Quer zur Fahrtrichtung kann die Düngergabe in 1,2 m breiten Streifen variiert werden, was zu einer erheblich höheren räumlichen Auflösung im Vergleich zu bisherigen Möglichkeiten führt. Bei der Düngung nach einer Applikationskarte werden die Vorgabewerte genauer umgesetzt, beim Streuen von Keilen und in Kurven werden Über- und Unterdosierungen deutlich verringert. Das Grenzstreuen kann durch eine Mengenanpassung an der äußeren Düngerauslassöffnung in Verbindung mit einem Grenzstreuleitblech ebenfalls optimiert werden. Mit dem MultiRate-Dosiersystem kann somit Dünger eingespart, der Pflanzenbestand bedarfsgerecht versorgt und der Nährstoffeintrag in Gewässer und das Grundwasser verringert werden. Zusätzlich können auch bei großen Arbeitsbreiten von bis zu 36 m kleinräumige Biotope innerhalb eines Schlages gezielt von der Düngung ausgenommen werden.

NEVONEX

Gemeinschaftsentwicklung mit:

Topcon Agriculture S.p.A., Italien
(Pavillon 11, Stand C10f und Halle 15, Stand H27)

Rauch Landmaschinenfabrik GmbH
(Pavillon 11, Stand C10e und Halle 9, Stand D20)

ZG Raiffeisen eG (Pavillon 11, Stand C10g)

BASF Digital Farming GmbH (Pavillon 11, Stand C10b und Halle 15 Stand G48)

LEMKEN GmbH & Co. KG (Pavillon 11, Stand C10c und Halle 11, Stand A42)

Pessl Instruments GmbH (Pavillon 11, Stand C10d und Halle 15 Stand D53)

AMAZONEN-WERKE H. Dreyer GmbH & Co. KG
(Pavillon 11, Stand C10a und Halle 09 Stand H19)

Syngenta Crop Protection LLC (Pavillon 11 Stand C10h)

Die stetigen Innovationen im Bereich der Landwirtschaft führen dazu, dass mittlerweile eine Vielzahl von intelligenten Fahrzeugen, Anbaugeräten, Sensoren und Software vorhanden ist. So lassen sich Geräte über den ISOBUS-Standard zuverlässig verbinden und nutzen. Was jedoch fehlt, ist ein offenes System als Basis, das es ermöglicht, nicht nur Daten, sondern vor allem Logik und Wissen direkt in Maschinen zu integrieren. NEVONEX ist eine offene Plattform – ähnlich einem Betriebssystem – zur Entwicklung von Programmen (FEATURES) für neue oder bestehende Landmaschinen. NEVONEX basiert auf zuverlässiger und gegen Angriffe geschützter Technologie aus der Automobilindustrie mit End-zu-End-Verschlüsselung. App-ähnliche Programme (FEATURES) können direkt auf Landmaschinen ausgeführt werden, wozu lediglich ein geeignetes Steuergerät und eine Registrierung auf der NEVONEX-Plattform notwendig ist. Ein integriertes Schnittstellenmanagement erlaubt den reibungslosen Zugriff über ISOBUS oder auch über proprietäre Signale. Der innovative Charakter resultiert aus der Definition herstellerübergreifender Schnittstellen, dem sicheren und zuverlässigen Lese- und Kontrollzugriff und der Zusammenführung von Expertise aus der Agrartechnikbranche als auch der vor- und nachgelagerten Bereiche.

Kartoffelquetsche

Durchwuchskartoffeln stellen bei einem vermehrten Auftreten in den Folgefrüchten ein vielschichtiges Problem dar. Zunehmend fehlt durch die vermehrt ausbleibenden Frostphasen im Winter ein natürliches Regulativ. Mit der neuen Kartoffelquetsche übernehmen erstmals zwei hydraulisch angetriebene, mit unterschiedlicher Geschwindigkeit umlaufende Reifen das Zerquetschen der Knollen. Bei größeren Kartoffeln zerkleinern die drei zusätzlich auf einem Reifen befindlichen Winkelmesser zunächst die Knollen in grobe Stücke, bevor sie zwischen den beiden Reifen intensiv gequetscht werden. Diese Kombination unterstützt die Beibehaltung eines möglichst engen Quetschspaltes auch bei unterschiedlichen Kartoffelgrößen. Die federbelastete Stein- und Fremdkörpersicherung trägt gemeinsam mit der separat einstellbaren Umlaufgeschwindigkeit der beiden Reifen zu einer hohen Betriebssicherheit und einem sehr ruhigen Lauf der gesamten Einheit bei. Mit der neuen Kartoffelquetsche besteht die Möglichkeit, die maschinell bzw. manuell ausgesonderten Knollen vor dem Verlassen des Roders direkt zu schädigen und so ihre Überlebenschancen nachhaltig zu reduzieren. Die Kartoffelquetsche ist aufgrund der modularen Bauweise der Ropa-Erntemaschinen auch nachrüstbar.

R-Connect Monitor

Digitale Kameratechnologien eröffnen in der Landwirtschaft vielfältige Optionen für die Prozessüberwachung, Dokumentation sowie perspektivisch für „Remote Services“ (Fern-Unterstützung/Service). Für die Rüben- und Kartoffelernte wurden von den Unternehmen ROPA und Grimme innovative Lösungen in diesem Themenbereich entwickelt.„SmartView“ von Grimme fokussiert dabei stärker die Prozessüberwachung auf dem Kartoffelroder, dies schließt die Nutzung und das Zusammenspiel der Beteiligten am Verlesetisch und Fahrersitz ein. Das System bietet mit Zoomfunktionen, Live Slow Motion oder der individuellen Konfiguration der Kamerabilder auf dem Multi-Touch-Display verbesserte Funktionsüberwachungen im Erntegutstrom oder den Wegfall manueller Nachjustierungen der Kameras. Die intelligente und vollautomatisierte Bilddokumentation während der Zuckerrübenernte, integriert in das R-Connect Portal für vernetztes Farm- und Logistikmanagement, steht im Fokus des „R-Connect Monitors“ von ROPA. Die Kamerabilder zum Monitoring des Rübenbestandes vor der Ernte sowie am Entladeband zur Qualitätskontrolle während der Ernte stehen zusammen mit weiteren Maschinendaten und der Auftrags-Zuordnung online zur Verfügung und ermöglichen auch eine Unterstützung des Fahrers von außen.Die beiden Produkte stellen somit einen ersten Schritt für eine vollautomatisierte Maschineneinstellung von Rodern dar. Neben der Möglichkeit zur Online-Optimierung des Rodevorgangs können bei der Wartung unnötige (Anfahrts-)Kosten eingespart und über eine veränderte Logistik die Qualität der zur Verarbeitung angelieferten Rüben verbessert werden.

RSM Night Vision System

Die Nachtarbeit mit Landmaschinen bietet – z. B. bedingt durch niedrigere Temperaturen wie beim chemischen Pflanzenschutz – qualitative Vorteile gegenüber den tagsüber durchgeführten Verfahren. Andererseits birgt sie aber auch Risiken, denn trotz moderner und leistungsfähiger Arbeitsscheinwerfer wird das tagsüber vorhandene Sichtfeld nur teilweise ausgeleuchtet und somit Hindernisse oder Personen nicht oder erst (zu) spät erkannt. Ähnlich wie bei Systemen aus dem Automobilbereich nutzt „RSM Night Vision-System“ zusätzlich zum sichtbaren Spektrum auch noch einen Teil des nahinfraroten Spektrums der Silizium-basierten und damit kostengünstigen Kameratechnologie aus. Im Gegensatz zu teuren Thermokameras besitzt das System eine größere Reichweite und muss nicht außen an der Maschine angebracht werden, wo die ständige Gefahr einer Verschmutzung besteht. Die elektronische Vorverarbeitung und die Algorithmen des RMS-Systems ermöglichen hohe Empfindlichkeiten bei sehr geringer Lichtintensität. Daher kann diese Technologie bei Standardbeleuchtungen der Traktoren nachts eingesetzt werden, ermöglicht Sichtweiten von 250 m bis zu 1.500 m und höhere Arbeitsgeschwindigkeiten – bei gleichzeitiger, deutlicher Verbesserung der Personen- und Hinderniserkennung. Das Bild der in der Kabine angebrachten, nach vorne blickenden Hauptkamera wird auf die Frontscheibe projiziert, die seitlich blickenden Kamerabilder auf einen Monitor. Mit RSM Night Vision kann der Fahrer Hindernisse oder Personen in seiner Umgebung „sehen“, obwohl das menschliche Auge dazu nicht in der Lage wäre.

VarioCHOP

Hackgeräte bzw. Hackelemente werden aktuell meist mechanisch und im Stand eingestellt. Diese Einstellvorgänge sind sehr aufwändig und zeitintensiv, was in der Praxis dazu führt, dass in der Regel keine optimierte Einstellung vorzufinden ist. Beim VarioCHOP System handelt es sich um ein Hackgerät bzw. um Hackelemente mit einer variablen Bearbeitungsbreite, die bequem von der Schlepperkabine aus verstellt werden können. Mit dem VarioCHOP ist eine Anpassung auf unterschiedliche Feldbedingungen, Kulturpflanzen, Witterungsereignisse, Erosion und Wachstumsstadien schnell realisierbar. Das System arbeitet mit einer Reaktionszeit von ca. 5 Sekunden und ist für bis zu 99-reihige Hackgeräte denkbar. Angetrieben wird die mechanische Kinematik eines jeden Hack-Elementes durch je einen Präzisions-Hydraulikzylinder, welcher mit einem Heavy-Duty-Lenkwinkelsensor gekoppelt ist. Somit kann von der Schleppekabine aus die optimale Hack-Bandbreite eingestellt werden, und vom ersten bis zum letzten Hackdurchgang ist dadurch immer der perfekte Abstand zur Nutzpflanze realisierbar. Somit können die Durchgänge in der mechanischen Unkrautbekämpfung deutlich optimiert werden; der große Praxisnutzen liegt aber vor allem in der erheblichen Zeiteinsparung beim Einstellen des Hackgerätes. Weiterführende Koppelungen mit den am Markt verfügbaren Kamera-Systemen zugunsten der automatisierten Bandbreiten-Anpassung sind ein weiterer Vorteil für die Praxis.

NPK-Sensor

Durch die gestiegenen fachrechtlichen Anforderungen an eine präzise Applikation flüssiger organischer Düngemittel kommt einer exakten Analytik der düngungsrelevanten Inhaltsstoffe eine besondere Rolle zu. Neben der Entnahme von Proben, die in der Folge nasschemisch analysiert werden müssen, werden derzeit insbesondere Nahinfrarotsensoren (NIRS) zur Schätzung der Nährstoffgehalte von Güllen eingesetzt.Samson bietet nun erstmals ein System zur Bestimmung von Stickstoff, Phosphor und Kali in Gülle an, das auf einem NMR-Sensor (Nuclear Magnetic Resonance, Kernspinresonanz) basiert. Damit wird eine Analytik von Gülleinhaltsstoffen ohne matrixabhängige Kalibrationsanforderung ermöglicht. Sensoren auf Basis der NMR-Technologie versprechen geringere Fehler bei der Gülleanalytik. Erste Laborvergleiche zeigen bereits eine gute Übereinstimmung zu Laborwerten.

WideLining-System

Fahrgassen in Reihenkulturen ermöglichen eine bodenschonende Bereifung für nachfolgende Düngungs- und Pflanzenschutzmaßnahmen. Die in der Praxis weit verbreitete Saatreihenweite von 75 cm lässt aber zunächst nur schmale Reifen für die nachfolgenden Maßnahmen zu. Bisherige Lösungsansätze erfordern entweder grundsätzlich andere Saatreihenabstände oder setzen auf die Erzeugung einer Fahrspur der gewünschten Spurbreite über das mechanische oder hydraulische Abschalten einzelner Fahrgassensaatreihen. Das WideLining-System von Väderstad ermöglicht erstmals eine Fahrgassenschaltung ohne das Abschalten einzelner Saatreihen bei der Einzelkornsaat. Bei der Fahrgassenschaltung wird durch das automatische Verschieben von Saatreihen eine Spurweite von 105 cm für die nachfolgende Gülledüngung ermöglicht, ohne Saatreihen auszuschalten, wertvollen Standraum zu verlieren und damit Ertrag zu reduzieren. Die mittleren drei Saatreihen hinter dem Traktor werden von 75 cm auf 60 cm hydraulisch verschoben und ermöglichen so eine Fahrgasse, ohne dass die benachbarten Reihen mehr Saatgut applizieren und das bei Fahrgeschwindigkeiten von 12 km/h und mehr. Über das WideLining-System ermöglicht Väderstad passende Fahrgassen von beispielsweise 105 cm für eine bodenschonende Bereifung bei der organischen Gülledüngung statt der üblichen 150 cm Spurbreite, wie sie bei 75 cm Saatreihenabstand durch das Ausschalten eines Aggregats entsteht. Außerdem werden eine höhere Dosierung der Nachbarreihen und damit ungleiche Standraumverhältnisse in Längs- und Querrichtung durch das Abschalten einzelner Saatreihen vermieden.