Von der Fernwartung zur Telematik:

Diagnose- und Servicelösungen im Off-Highway-Sektor stehen ganz im Zeichen der Digitalisierung

Ein Ausfall einer Off-Highway-Maschine führt unweigerlich zu einem wirtschaftlichen Verlust. Vom 10. bis zum 16. November 2019 zeigen die Aussteller der SYSTEMS & COMPONENTS in den Hallen 15, 16, 17 und 18 auf dem Messegelände Hannover, wie sich dieses Szenario mit Diagnose- und Servicelösungen vermeiden lässt – und wie sich mittels Echtzeit-Sensordaten und standortspezifischer Dokumentation auf Fakten basierende Entscheidungen treffen lassen.

Off-Highway-Maschinen wie landwirtschaftliche Maschinen, Bagger, Erdverdichter oder Radlader unterliegen hohen Belastungen. Regelmäßige Serviceintervalle gehören zwar zur Routine der Betreiber, doch sie schützen nicht vor unerwarteten Ausfällen. Die Kosten der Instandsetzung sind in der Regel enorm, was nicht zuletzt daran liegt, dass die betroffenen Maschinen an entfernten Orten stationiert sind. Weiterhin fallen in vielen Fällen weitere Ausfallkosten an, z. B. für Transportfahrzeuge. Um eine hohe Verfügbarkeit zu gewährleisten, ist es erforderlich, die sich anbahnenden Ausfälle frühzeitig zu erkennen. Auf der SYSTEMS & COMPONENTS können sich die Besucher über die zukunftsweisenden Möglichkeiten informieren, die mit der Maschinensteuerung, Verbrauchs- und Produktivitätsüberwachung sowie Diagnose und Fernwartung von Bau- und Landmaschinen einhergehen.

Diagnosebasierter Service reduziert Ausfallzeit

In Zukunft wird es mehr denn je darauf ankommen, zu wissen, wo sich die mobile Arbeitsmaschine gerade befindet, wie viel Diesel sie verbraucht und wann die nächste Wartung fällig ist. In den Mittelpunkt der Digitalisierungsstrategien für die Off-Highway-Märkte rückt verstärkt die Ferndiagnose – und damit das Erfassen, Auswerten und Analysieren der Betriebsdaten, die Rückschlüsse auf die Leistung und Wirtschaftlichkeit zulassen. Zu sehen sind auf dem Messegelände in Hannover Condition-Monitoring-Systeme der jüngsten Generation, die mittels smarter Sensoren den Zustand der Arbeitsmaschinen permanent überwachen. Dank ihrer intelligenter Analysetools machen die Maschinen rechtzeitig auf Störungen aufmerksam, bevor diese kostspielig zu Buche schlagen. Gleichzeitig wird die Lebensdauer der Motoren und Hydraulikpumpen durch den Betrieb im jeweils idealen Betriebspunkt verlängert und der Energieverbrauch gesenkt.

Neben den üblichen Kenngrößen wie Temperaturen oder Stromverläufen ist die Fehlererkennung über Vibrationsmessung dabei unverzichtbar. Vor allem rotierende Maschinenteile verursachen bei sich anbahnenden Ausfällen spezifische Vibrationsmuster. Mittels Frequenzanalyse lassen sich diese zur Ermittlung des Verschleißzustandes von Hydraulikaggregaten, Motoren und Getrieben zurate ziehen. Sobald die Ursache für den Fehlercode oder den Alarm identifiziert wurde, kann das Problem schnellstmöglich behoben werden.

 

Systemupdates aus der Ferne

Apps unterstützen die mobile Diagnose per Smartphone oder Tablet. Alle relevanten Motordaten und der Fehlerspeicher können via Bluetooth-Verbindung ausgelesen und an den lokalen Servicepartner geschickt werden – online und in Echtzeit. Der entscheidet auf dieser Basis, ob sich mittels Remote-Service die Funktionstüchtigkeit einzelner Fahrzeugkomponenten online wiederherstellen lässt, ohne dass ein Vor-Ort-Einsatz nötig ist. Sollte eine Reparatur unausweichlich sein, trifft der zuständige Techniker direkt mit den benötigten Ersatzteilen und Werkzeugen ein. Flottenbetreiber können mit den Apps ihre Motoren übersichtlich verwalten und Wartungsfenster festlegen. All-Inclusive-Pakete zur Maschinendiagnose gehen noch einen Schritt weiter und beinhalten darüber hinaus die Optimierung der mobilen Arbeitsmaschinen auf Basis der ermittelten Daten sowie Schulungsmöglichkeiten für Mitarbeiter.

Auch in der Landwirtschaft werden neben den servicerelevanten Daten zunehmend Informationen über den Zustand der Maschine übermittelt, die bislang nur in der Werkstatt festzustellen waren. Das Fern-Flashen stellt dabei auf komfortable Weise sicher, dass landwirtschaftliche Maschinen und ISOBUS-Anbaugeräte immer mit der aktuellen Software betrieben werden. Sobald der Landwirt die Push-Benachrichtigung für eine neue Firmware auf sein Smartphone erhält, bestätigt er, dass die Maschine oder der Motor für den Flashvorgang bereit ist – und startet direkt das Update.

 

Telematik-Module als Datensammler

Mit Fernüberwachung und Ferndiagnose allein ist noch kein effizienterer Einsatz verbunden. Was zählt, sind die Standzeiten im Verhältnis zur Aktivität einer Maschine. Wichtig ist, dass auch die Zeiten erfasst werden, in denen die Maschinen nicht ausgelastet sind oder an anderen Orten eingesetzt werden könnten – und das nicht nur in der Bauwirtschaft. Längst angekommen sind die Vorteile des IT-gestützten Flotten- und Auftragsmanagements im Alltag der Landwirte und Lohnunternehmer, die ihre Flächen mit mehreren Maschinen und an verschiedenen Orten bewirtschaften. Auf einer übersichtlichen Karte verschaffen sie sich jederzeit einen Überblick über ihre Felder, können sich die aktuelle Position jeder Maschine anzeigen lassen und den Verlauf der Arbeiten überwachen.

Funktionsstarke Telematikmodule, wie sie auf der SYSTEMS & COMPONENTS zu sehen sind, kombinieren Satellitennavigation mit Mobilfunk. Optional stehen weitere drahtlose Schnittstellen wie WLAN oder Bluetooth zur Verfügung. Die Module übernehmen alle Funktionen für die Echtzeiterfassung, die Auswertung und die Übermittlung der spezifischen Maschinendaten. Dabei agieren sie autonom und können mit verschiedenen Steuergeräten zusammenarbeiten. Ob Mähdrescher, Feldhäcksler oder Silagewagen – auch ältere Erntemaschinen lassen sich über flexibel konfigurierbare Telematikmodule an das Flottenmanagement anbinden.

 

Digitaler Blick über den Tellerrand

Egal ob ein Instandhaltungsprogramm eingeführt oder die unternehmensweite Instandhaltungsstrategie weiterentwickelt wird – die Remote-Support-Lösungen, die auf der SYSTEMS & COMPONENTS vorgestellt werden, bieten viele Vorteile. Das bleibt nicht ohne Folgen für die Wartung mobiler Arbeitsmaschinen, die sich im Zuge der Digitalisierung verändern wird.

Künftig, so die Vision der Maschinenhersteller und ihrer OEM-Partner, könnten die Monteure Datenbrillen tragen, die sie bei ihrer Arbeit in Form von Augmented-Reality-Applikationen unterstützen. Über das Display lassen sich dann beispielsweise Checklisten einblenden, die Schritt für Schritt abgearbeitet werden oder Arbeitsanweisungen wie z. B. das erforderliche Anzugsdrehmoment für Schraubverbindungen.

Digitalisierung, Datenintegration und Big Data eröffnen auch für die Off-Highway-Bereiche neue Chancen und Möglichkeiten, werfen aber gleichwohl neue Fragen auf – etwa die nach Datenhoheit und Datensicherheit. In der Future Lounge in Halle 17, dem Fachprogramm der SYSTEMS & COMPONENTS, sollen Antworten dazu gefunden werden. An vier Tagen bietet die Future Lounge interaktive Diskussionen, Keynotes und den Blick über den Tellerrand.