Global Farming - Local Responsibility

Leitthema 2019

Die Landwirtschaft gleicht mittlerweile einem weltumspannenden Netzwerk: Futter- und Lebensmittel, Technologien und Betriebsmittel werden international gehandelt. Die Produktion und die Weiterverarbeitung von Rohstoffen finden unabhängig voneinander in verschiedenen Regionen der Welt statt. Dieser globale Austausch bildet die Basis für den Erfolg der landwirtschaftlichen Unternehmen, einschließlich deren vor- und nachgelagerter Bereiche. Einzelne Regionen spezialisieren sich und produzieren gezielt international nachgefragte Erzeugnisse.

Technologieunternehmen folgen diesem Trend und bieten für den jeweiligen Standort maßgeschneiderte Systeme und Services an, um Ressourcen effizient zu nutzen. Diese Entwicklungen binden zunehmend solche Länder mit ein, die zuvor nur bedingt am internationalen Handel teilnehmen konnten.

Doch nicht nur der Austausch von Waren spiegelt sich in diesem Netzwerk wider. Durch den globalen Handel werden indirekt enorme Mengen an Wasser und Nährstoffen, welche für die Produktion der Grunderzeugnisse verbraucht werden, umverteilt. Emissionen aus der Landwirtschaft wirken global. Produktionsflächen werden entsprechend ihrer internationalen Vorzüglichkeit oft (zu) einseitig genutzt.

Die weltweite Landwirtschaft gleicht in ihrer Organisation dem Kreislauf eines landwirtschaftlichen Betriebs mit verschiedenen Betriebszweigen, inklusive deren Stoffströmen: „Global Farming“ steht für diese weltweit verknüpften Anbausysteme, Waren- und Stoffströme der Agrarwirtschaft.

Rohstoffe, Futter- und Lebensmittel für den globalen Markt werden ganz konkret auf den Flächen des individuellen Betriebes produziert. Der einzelne Landwirt entscheidet täglich über Maßnahmen, um seine Fläche zu bewirtschaften und seinen Pflanzenbestand zu führen: von Bodenbearbeitung, Saat, Düngung und Pflanzenschutz bis hin zu Ernte und integrierter Logistik. Erzeuger bewegen sich im, teils engen, Spielraum zwischen natürlichen und gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie ökonomischen Zwängen.

Dem landwirtschaftlichen Unternehmer obliegt die Verantwortung, begrenzte Ressourcen möglichst effizient einzusetzen: Es geht um Boden, Luft, Wasser, Artenvielfalt und selbstverständlich "humane Ressourcen", sprich Mitarbeiter. Landwirtschaft ist im Idealfall unmittelbar in die Gesellschaft eingebunden. Deren Akzeptanz für die landwirtschaftliche Produktion entsteht auf lokaler Ebene. Dafür müssen die Erzeuger natürliche Ressourcen schützen, Arbeitsabläufe sozial wirkungsvoll organisieren und mit angepassten Methoden Produktionsprozesse nachhaltig gestalten: „Local Responsibility“ ist der Schlüssel für die Zukunftsfähigkeit landwirtschaftlicher Unternehmen.

Die global vernetzte landwirtschaftliche Produktion basiert neben einer Vielzahl von Einflüssen auf der Produktionsweise des lokalen Betriebsleiters. Er trägt mit seinem Wirken zu den globalen Entwicklungen bei. So wird sichtbar, wie globale Agrarwirtschaft und lokale Verantwortung untrennbar verbunden sind: Global Farming – Local Resonsibility.

Einfluss und Verantwortung besteht auch seitens der internationalen Anbieter von Betriebsmitteln, Maschinen, digitalen Systemen und Technologien, indem sie lokal Produktionsweisen optimieren und standortgerechte Anbausysteme fördern. Sie haben großen Einfluss auf die Möglichkeiten des Landwirts, sein Produktionssystem nachhaltig zu gestalten.

Die AGRITECHNICA bietet für die Stakeholder der Agrarwirtschaft – vom Global Player bis zum einzelnen Landwirt – die Plattform, um gemeinsam an verantwortungsvollen Produktionssystemen zu arbeiten.

Verantwortung für ein knappes Gut

Bewässerung in der Praxis

Was haben Landwirte in der Brandenburger Provinz und die Erzeuger im Norden Namibias gemeinsam? "Viel Sand im Boden", könnte eine Antwort lauten. Stimmt sogar. Die Antwort "wenig(er) Wasser" wäre ebenfalls richtig. Vor allem gilt in beiden Fällen, wie für die gesamte weltweit vernetzte Landwirtschaft: Herausforderung mögen sich ähneln, lassen sich jedoch nur lokal meistern. Wasser(-mangel) steht dafür exemplarisch. [weiter lesen]

Boden unter Druck

Ansätze zu seinem Schutz

Foto: pixabay - Manfred Richter

Die Definition lässt keine Zweifel übrig: "Zentrale Lebensgrundlage für Pflanzen und direkt oder indirekt für Menschen und Tiere." Doch auch schon vor dem Eintrag in der Online-Enzyklopädie Wikipedia war klar: der Boden ist die Basis von allem. Und bereits aus dieser Erkenntnis leitet sich ab, weshalb es ihn zu schützen gilt. Eine der Bedrohungen, wenn nicht sogar die wichtigste, stellt die Erosion dar, also der Abtrag von fruchtbarem Boden durch Wind oder Wasser. [weiter lesen]

Kluge Kombinationen gefragt

Nachhaltiger Pflanzenschutz als Lösung

Die Humanmedizin macht es vor. Längst vorbei sind die Zeiten des "viel hilft viel", falls es sie jemals gab. Im Pflanzenschutz ist es nicht anders. Hochmoderne Wirkstoffe und traditionelle, aber optimierte, Verfahren zu kombinieren, ist inzwischen in vielen Betrieben nicht ungewöhnlich - selbst auf einzelnen Schlägen. Gesellschaftliche Forderungen, biologische Realitäten und ökonomische Einsichten fördern diesen Trend. [weiter lesen]