Aufbruch in eine neue Welt

Prozessketten innovativ managen

Offen gestanden: Der Begriff "Prozessketten" trifft es nur bedingt. Genau genommen fügen sich die Ketten ineinander und bilden ein Netz - wenn alles gut läuft. Das setzt voraus, dass Betriebe und deren Partner planvoll vorgehen und das große Ganze im Blick behalten, denn eines ist klar:  Digitalisierung und Automatisierung erfassen sämtliche (über-) betriebliche Prozesse auf dem Feld und Stall bis hin zum, gemeinsamen, Datenmanagement der land- und ernährungswirtschaftlichen Wertschöpfung. 

Künstliche Intelligenz auf dem Acker 

Für landwirtschaftliche Betriebe stellen sich drei Fragen: Wie wollen sie künftig ihre Prozesse managen, welche Technologie ist dafür am Markt und wie rechnet sich diese? "Künstliche Intelligenz" (KI) lautet nicht einzige Antwort. KI ist aber Teil der Antwort auf alle drei Fragen. Ansätze wie "Agri-Gain" zielen exakt in diese Richtung. Das Projekt des Deutschen Forschungszentrums für künstliche Intelligenz (DFKI) und des Institutes für Lebensmitteltechnik bindet Partner aus der Wirtschaft mit ein. Agri Gain hat sich zum Ziel gesetzt, "eine Plattform zu schaffen, die KI-Bausteine bereits im Anwendungskontext zur Verfügung stellt". Genutzt werden laut eigener Definition des Projektes "offene Datenquellen und hinterlegtes Expertenwissen". 

Genehmigung bremst Fortschritt 

Am Standort Osnabrück forscht Prof. Dr. Joachim Hertzberg als Leiter des DFKI an der Zukunft der Landwirtschaft. Der Wissenschaftler betont den Unterschied zwischen "Digitalisierung" und "Künstlicher Intelligenz".  Daten, sei es welcher Qualität und Menge, ordnet Hertzberg zu den digitalen Aspekten, quasi als Rohstoff. Algorithmen der KI formen daraus anwendungsorientierte Optionen. Oder anders formuliert: Mit KI fängt es an, spannend zu werden. (Teil-) autonome Systeme für den Pflanzenbau und damit verknüpfte Analyse-Instrumente, unter anderem zur effizienten Schädlingsbekämpfung, sind über die Entwicklungspipeline hinaus. Jetzt geht es um Anwendung auf dem Acker, die nicht zuletzt Genehmigungsverfahren ausgebremst wird.  Hertzberg vergleicht die künstliche Intelligenz in einem TV-Interview mit der "Einführung des Traktors". Die Technik sei da, um selbst kleinteiligere Prozesse zu steuern. Das bringe "eine ganz neue Art von Landwirtschaft". Es sei nicht möglich "alles von einer auf die nächste Saison umzudrehen", aber Hertzberg glaubt angesichts der Chancen der KI, dass es "dorthin gehen wird". 

Investitionen planen

Bleibt zu klären, wie die Technologie in den Betrieb und an den jeweiligen Standort passt. Eine kühle Kalkulation ist selbstverständlich. Die AGRITECHNICA 2019 öffnet in wenigen Wochen die Pforten und das Leitthema "Global Farming Local Responsibilty" ist mehr als das griffige Motto der Messe. Professionellen landwirtschaftlichen Erzeugern eröffnet die Weltleitmesse für Landtechnik den Einblick in das Angebot moderner Managementsysteme.  Vom 12. bis 18 November präsentieren Aussteller in Hannover "was im Prozessmanagement geht".  

Die Prozessketten in der Landwirtschaft werden anspruchsvoller und das in mehrfacher Hinsicht: Durch die Digitalisierung stehen dem Erzeuger mehr Daten zur Verfügung, die es in Informationen umzuwandeln gilt.  Entlang der Wertschöpfungskette bis zum Verbraucher erwarten alle mehr Transparenz in der Lebensmittelproduktion und rechtliche Vorgaben, beispielsweise die Düngeverordnung, verlangen einen konsequent schonenden Umgang mit den Ressourcen. IT-gestützte Systeme sind nicht nur anspruchsvoll, sie gestatten richtig angewandt ein umfassendes Betriebsmanagement. Anbauplanung, Bestandspflege, Ernte und Vermarktung sind in der Landwirtschaft der Zukunft nicht länger einzelnen Arbeitsabläufe, sondern ein ganzheitliches System, das auf das Engste miteinander verwoben ist. Die AGRITECHNICA 2019 zeigt den Weg dorthin. 

Auf einen Blick

  • Datenmanagement bestimmt Wertschöpfungskette 
  • Künstliche Intelligenz ist auf dem Vormarsch 
  • Ansprüche an Prozessmanagement steigen
  • Wertschöpfungskette verlangt Transparenz 
  • Arbeitsabläufe zu System verknüpfen 

Verantwortung für ein knappes Gut

Bewässerung in der Praxis

Was haben Landwirte in der Brandenburger Provinz und die Erzeuger im Norden Namibias gemeinsam? "Viel Sand im Boden", könnte eine Antwort lauten. Stimmt sogar. Die Antwort "wenig(er) Wasser" wäre ebenfalls richtig. Vor allem gilt in beiden Fällen, wie für die gesamte weltweit vernetzte Landwirtschaft: Herausforderungen mögen sich ähneln, lassen sich jedoch nur lokal meistern. Wasser(-mangel) steht dafür exemplarisch. [weiterlesen]

Boden unter Druck

Ansätze zu seinem Schutz

Die Definition lässt keine Zweifel übrig: "Zentrale Lebensgrundlage für Pflanzen und direkt oder indirekt für Menschen und Tiere." Doch auch schon vor dem Eintrag in der Online-Enzyklopädie Wikipedia war klar: Der Boden ist die Basis von allem. Und bereits aus dieser Erkenntnis leitet sich ab, weshalb es ihn zu schützen gilt. Eine der Bedrohungen, wenn nicht sogar die wichtigste, stellt die Erosion dar, also der Abtrag von fruchtbarem Boden durch Wind oder Wasser. [weiterlesen]

Kluge Kombinationen gefragt

Nachhaltiger Pflanzenschutz als Lösung

Die Humanmedizin macht es vor. Längst vorbei sind die Zeiten des "viel hilft viel", falls es sie jemals gab. Im Pflanzenschutz ist es nicht anders. Hochmoderne Wirkstoffe und traditionelle, aber optimierte, Verfahren zu kombinieren, ist inzwischen in vielen Betrieben nicht ungewöhnlich - selbst auf einzelnen Schlägen. [weiterlesen]

Hilfe von oben

Digitale Systeme intelligent vernetzen

"Weniger Arbeit wird es erst einmal sicher nicht", sagt Prof. Dr. Patrick Ole Noack und erteilt dem Wunschdenken eine Absage: Den digitalen Pflanzenbau, einschließlich Instrumenten wie Satelliten und Drohnen samt Sensorik, nennt der Wissenschaftler "Hinweis-Systeme". [weiterlesen]

Nach der Ernte

Erträge sicher lagern

Die statistischen Daten weisen eine große Bandbreite auf, doch sicher scheint: Je nach Region und Kulturart gehen deutliche Nutzpflanzenerträge nach der Ernte verloren. Und das gerade in Regionen mit Versorgungsproblemen. Die Verluste entscheiden, ob Betriebe profitabel arbeiten und in vielen Fällen sogar, ob Menschen hungern  [weiterlesen]

Wohl dosiert

Düngemanagement für Profis

Das Thema "Düngung" ist aufgrund der Düngeverordnung präsenter denn je und das weit über die Fachzirkel hinaus.  Alle reden mit, nicht jeder faktenbasiert, und auf politischer Ebene deuten sich weitere Einschränkungen an. Genügend Gründe, um sich der Düngung fachlich zu nähern und Lösungen für die Praxis aufzuzeigen. [weiterlesen]

Aufbruch in eine neue Welt

Prozessketten innovativ managen

Offen gestanden: Der Begriff "Prozessketten" trifft es nur bedingt. Genau genommen fügen sich die Ketten ineinander und bilden ein Netz - wenn alles gut läuft. [weiterlesen]

Netzwerk für die Zukunft

DLG-AgrifutureLab mit landtechnischen Start-ups

Für in Deutschland ansässige Start-ups fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWI) die Teilnahme an einem Gemeinschaftsstand. Dort, wie im AgrifutureLab und der dazugehörigen Start-up Wall, geht es während der AGRITECHNICA vom 12. bis 18. November darum, dass die richtigen Leute sich treffen.  [weiterlesen]

Mehr Intelligenz auf dem Acker

Robotik und Schwarmtechnologie

Größere Arbeitsbreiten, stärkere Motoren oder mehr Durchsatz - quantitatives Wachstum war und ist in der (Land-) Technik ein wichtiger Aspekt. Und selbst wenn es nicht jeder zugibt: Außer der Nützlichkeit schwingt stets Bewunderung vor der schieren Größe mit. Thomas Herlitzius und sein Team gehen einen anderen Weg. [weiterlesen]