Boden unter Druck

Ansätze zu seinem Schutz

Die Definition lässt keine Zweifel übrig: "zentrale Lebensgrundlage für Pflanzen und direkt oder indirekt für Menschen und Tiere". Doch auch schon vor dem Eintrag in der Online-Enzyklopädie Wikipedia war klar: Der Boden ist die Basis von allem. Und bereits aus dieser Erkenntnis leitet sich ab, weshalb es ihn zu schützen gilt. Eine der Bedrohungen, wenn nicht sogar die wichtigste, stellt die Erosion dar, also der Abtrag von fruchtbarem Boden durch Wind oder Wasser.

Mehr als Zwischenfrüchte

Wer sich mit dem Thema auseinandersetzt, stellt rasch fest: Isolierte Betrachtungen bringen nichts. "Den Boden fit machen", fasst Dr. Jana Epperlein das Ziel aller Schutzmaßnahmen zusammen. Es stehe der Systemgedanke im Vordergrund, ergänzt die Expertin der in Neuenhagen nahe Berlin ansässigen Gesellschaft für konservierende Bodenbearbeitung (GKB) e.V. und das bedeute: "Ein bedeckter Boden ist geschützt und lebendig." Ernterückstände reichten, so Epperlein, nicht für diesen Schutz, es müsste schon Pflanzenbewuchs sein. Zwischenfrüchte hält die Wissenschaftlerin für eine, jedoch nicht die einzige Methode und fordert mehr Kreativität im Pflanzenbau, beispielsweise landwirtschaftliche Mischkulturen.

Bedingt durch den fortschreitenden Klimawandel müssen sich Landwirte weltweit darüber Gedanken machen, wie sie ihre Böden vor Erosion schützen, denn Extremwetterereignisse dürften zunehmen. Und sie sollten, wortwörtlich und im übertragenen Sinn, beim Bodenschutz nicht an der Oberfläche bleiben. Es geht gewissermaßen drunter und drüber: Mit den unterirdischen Strukturen und dem Bodenleben müssen die Erzeuger ebenfalls behutsam umgehen.

Grenzen der Belastbarkeit

Fast schon der Klassiker gegen die verdichteten Böden – in denen die Struktur nicht mehr stimmt und es das Bodenleben schwer hat – sind luftdruckgeregelte Reifen oder Zwillingsreifen für Landmaschinen. Prinzipiell gilt es Überfahrten gut zu planen oder wie es im DLG-Merkblatt "Bodenschonender Einsatz von Landmaschinen" heißt: "Die mechanische Belastbarkeit der Böden hat Grenzen. Ziel muss sein, Gewichts- und Zugkräfte von Landmaschinen auf tragfähigen Böden mit möglichst geringer Spurbildung abzustützen."

Die Belastbarkeit lässt sich steigern, wie ein Zitat aus dem DLG-Merkblatt belegt:  "Bodenbearbeitungsverfahren mit reduzierter Häufigkeit, Intensität und Eingriffstiefe stärken die Tragkraft des Bodens". Die oft gute Befahrbarkeit konservierend bearbeiteter Böden, selbst in sehr feuchtem Zustand, dürfe nicht dazu verleiten, unter diesen Bedingungen Feldarbeiten durchzuführen, sagen die Experten der DLG.   

Jedem Bodentyp seinen Schutz

Systematischer Bodenschutz kombiniert technische Lösungen mit pflanzenbaulichen Maßnahmen, wie Untersaaten, die in Ackerkulturen die innere Erosion ("Auswaschung") reduzieren oder verhindern.  Die Liste ließe sich lange fortsetzen und könnte im Detail noch viel weiterführen, da je nach Bodentyp und angebauten Kulturen eine andere Strategie gefragt ist.

Die "World Reference Base for Soil Resources" unterscheidet 32 Referenz-Bodengruppen, die mit zusätzlichen Merkmalen weiter differenziert werden. Diese Vielfalt der Bodentypen spiegelt sich im Leitthema der AGRITECHNICA 2019 wider: Global Farming - Local Responsibility. Jedem Boden seinen (individuellen) Schutz.

Die natürliche Bodenfruchtbarkeit zu erhalten oder im Idealfall noch zu steigern ist kein "ökologischer Selbstzweck". Vielmehr sichern die Landwirte damit ihre Existenzen und in Anbetracht der Wikipedia-Definition die Basis des Lebens. Bodenschutz in der landwirtschaftlichen Praxis setzt voraus, dass die Landwirte sich ihrer Verantwortung bewusst sind und über Know-how verfügen. Für Bodenwissenschaftlerin Epperlein beginnt das bereits in Ausbildung und Studium. In Deutschland sieht sie die Hochschulen in Forschung und Lehre in dieser Hinsicht auf einem guten Weg. In der praktischen Ausbildung, der klassischen landwirtschaftlichen Lehre, könnte es laut der GKB-Expertin etwas mehr sein.

Fazit:

  • Boden ist zentrale Lebensgrundlage
  • Erosion weltweites Problem
  • Systematischer Bodenschutz als Strategie
  • Know-how und Bewusstsein für Bodenschutz vermitteln

 

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