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Women in Ag Award 2023

Die Rolle von Frauen in der Landwirtschaft, im Agribusiness und in den Agrarwissenschaften ändert sich weltweit. Immer mehr Frauen gestalten als Führungskräfte auf dem eigenen Betrieb oder in Unternehmen, Forschung oder Lehre die Zukunft der Landwirtschaft. Immer mehr Frauen sind Initiatorinnen und Impulsgeberinnen einer weltweit nachhaltigen Ernährungsproduktion. Immer mehr Frauen prägen als Journalistin, Bloggerin oder Influencerin den landwirtschaftlichen Diskurs.

Der „Women in Ag Award“ zeichnet dieses Engagement aus und erzählt die Storys, die hinter diesen inspirierenden Frauen stehen.

Der internationale Preis wird vom „Women in Ag“-Magazin und der DLG gemeinsam vergeben. Nach der erfolgreichen Premiere auf der EuroTier 2022 findet die Preisverleihung in diesem Jahr auf der AGRITECHNICA statt.

Frauen leisten einen wertvollen Beitrag zur Weiterentwicklung unserer Branche und schaffen einen echten Mehrwert für die Gesellschaft. Über 130 Bewerbungen aus 38 Nationen sind bei uns eingegangen – jede individuell und auf ganz besondere Weise wertvoll.

Die Jury hat entschieden! Wir gratulieren den Preisträgerinnen.

Die Preisverleihung findet im Rahmen der VeranstaltungCelebrate Purpose“ am 15. November 2023 in Halle 24, A06 (DLG Stand) statt.

Kategorie FARMING: Preisträgerinnen und Nominierte

Kate Hoare

Kate betreibt zusammen mit ihrem Mann einen Milchviehbetrieb im Südosten Cornwalls. Sie führte ein neues Modell für nachhaltige Landwirtschaft ein, indem sie eine Gülle-Lagune zur Aufnahme von Biomethan installierte. Mit dieser Lösung können die Auswirkungen ihrer Tätigkeit verringert werden. Das Gas, das erzeugt wird, kann für den Betrieb wiederverwendet werden und schließlich als Treibstoff für den Traktor und den Generator dienen. Dies schafft die Möglichkeit eines unabhängigen Betriebes.

Onyaole Patience Koku

Onyaole Patience ist eine erfahrene Unternehmerin mit mehr als 20 Jahren Erfahrung in der Landwirtschaft in Nigeria. Gemeinsam mit ihrem Mann hat sie einen Betrieb mit 12.000 Masthähnchen pro Zyklus sowie lokalem und internationalem Handel mit Rohstoffen in Nigeria. Patience fördert den Zugang zu wissenschaftlichen und innovativen Erkenntnissen zur Effizienzsteigerung und geht als Praktikerin und Landwirtin mit gutem Beispiel voran.

Judith de Vor

Judith bewirtschaftet mit ihrem Mann einen regenerativen und nachhaltigen Milch- und Lehrbauernhof. Sie achtet ganz besonders auf die Natur, die Artenvielfalt und ihre Umwelt und organisiert eine Vielzahl von Aktivitäten, um Verständnis und Bewusstsein für die Landwirtschaft in der Gesellschaft zu schaffen. Sie ist Moderation, Speaker, Advokatin und Multiplikatorin für die Branche.

Linda Kelly
Sarah Msambira
Asiya Jama
Viktoria Hutter
Agnieszka Tołłoczko-Wróbel

Kategorie AGRIBUSINESS: Preisträgerinnen und Nominierte

Anna Maria Nunez Vega

Anna ist Verfahrensingenieurin und Expertin für Lebensmittelqualität bei Grain Technik Pvt. Ltd. Sie gründete und leitete die International Rice Milling Academy in Bangalore. Anna arbeitet unermüdlich an der Verbesserung der weltweiten Lebens- und Futtermittelsicherheit. Ihr Ziel ist es, alle Verluste während der Getreideverarbeitung zu minimieren, indem sie die Lagertechnik verbessert und die Kunden aufklärt, insbesondere in tropischen Regionen, wo die Lagerverluste am höchsten sind.

Joana Paiva

Joanas (PhD, Professorin) Arbeit erstreckt sich auf die Bereiche Nachhaltigkeit, Krankheitsvorhersage, medizinische Geräte, Lebensmittelqualität und Lebensmittelherstellung. Sie arbeitet mit verschiedenen akademischen Teams zusammen und hat internationale und nationale wissenschaftliche Anerkennung erlangt. Dazu gehören Nominierungen durch das Europäische Institut für Innovation und Technologie (EIT), die Auszeichnung "30 Under 30 in Science & Healthcare" von Forbes sowie Auszeichnungen wie "Women in Science, 2021" von FCT & Ciência Viva, der "2021 Women Entrepreneurship Award" von der Católica Business School of Economics und der "2019 Born From Knowledge"-Preis von ANI.

Joana hat rund 8 Millionen Euro an privaten Investitionen und öffentlichen Zuschüssen eingeworben und damit ihre Fähigkeit unter Beweis gestellt, Unterstützung für innovative Projekte zu sichern. Sie fördert aktiv die Innovation und die wissenschaftliche Neugier von Studenten und Forschern, wodurch sie die Wissenschaft auf breiter Ebene vorantreibt.

Forget Shareka

Forgets Beitrag zu nachhaltigen Landwirtschafts- und Lebensmittelsystemen hat ihr sowohl auf lokaler als auch auf internationaler Ebene Türen geöffnet, wo sie hochrangige Diskussionen geführt und sich für Frauen und Kleinbauern in Simbabwe und ganz Afrika eingesetzt hat. Derzeit lebt Forget in Wales, Großbritannien, wo sie im Rahmen ihres Graduiertenprogramms als Nachhaltigkeitsberaterin arbeitet und kleinen und mittleren Unternehmen in der Landwirtschaft, der verarbeitenden Industrie, dem Einzelhandel und dem Energiesektor dabei hilft, ihre Nachhaltigkeitsziele und Ambitionen in Richtung Netto-Null zu entwickeln.

Janet Adade
Alanna Koch
Charlene Finck
Naiga Mai
Dorte Bak Himmelstrup

Kategorie EDUCATION: Preisträgerinnen und Nominierte

Amina Ali

Amina setzt sich auf nationaler und internationaler Ebene für die Rechte von Frauen in der Landwirtschaft ein. Mit ihrem Fachwissen und den Stimmen der willensstarken Frauen, deren Leben sich durch die Programme ihrer Schule verändert haben, ist sie zu einer einflussreichen Stimme geworden, die politische Veränderungen herbeiführt, um die Gleichstellung der Geschlechter in der Landwirtschaft zu priorisieren.

Salatu Abubakar

Salatu verbindet ihr Fachwissen über die Förderung von Kleinbäuerinnen, Verarbeiterinnen und Bauernfamilien durch den Aufbau von Kapazitäten und Agrarindustrie mit einer echten Leidenschaft für die Stärkung von Frauen in der Landwirtschaft. Als Regionalbeauftragte für Frauen in der landwirtschaftlichen Entwicklung in der Region Nord hat sie das Leben unzähliger Frauen nachhaltig beeinflusst, indem sie ihnen als Mentorin zur Seite stand und ihnen durch die Verknüpfung mit dem Markt Wachstumschancen eröffnete, die sich positiv auf ihre Unternehmen und ihren Lebensunterhalt auswirkten.

Prof. Dr. Nirit Berstein

Nirit ist eine weltweit tätige Wissenschaftlerin und Dozentin in der Agrarforschung auf internationaler Ebene. Sie hat außergewöhnliche Beiträge zu allen Bereichen der Agrarwissenschaft (Forschung, Lehre, Engagement, Service und Führung) geleistet, die international anerkannt sind. Sie ist weltweit führend auf dem Gebiet der Cannabisforschung, die sich auf die Stärkung des medizinischen Werts von Cannabis konzentriert.

Funmilayo Ogunleke

Funmilayo ist stellvertretende Rektorin des Federal College of Animal Health and Production Technology, Ibadan. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Milchwirtschaft und die Herstellung von Milchprodukten in Nigeria zu fördern. So hat sie in dem Land den Weltschulmilchtag 2022 ausgerichtet und hat 2023 das Programm des Weltmilchtags koordiniert. Als Dozentin hat Funmilayo einen breiten Zugang zu jungen Menschen und ermutigt sie, in die Landwirtschaft zu gehen oder Landwirtschaft zu studieren.

Mareike Breitfeld
Jana Klaiber
Dr. Hiltrud Nieberg
Ingrid Meichelböck

Kategorie TECHNOLOGY & RESEARCH: Preisträgerinnen und Nominierte

Alfiya Kayumova

Alfiya ist Unternehmerin und Agrartechnikexpertin mit über 10 Jahren Erfahrung in den Bereichen Geschäftsentwicklung, Investmentbanking und Landwirtschaft. Als Mitbegründerin und CEO von Green Growth versorgt sie Landwirte mit wichtigen Informationen über die Feldleistung und Ertragsdaten und hilft ihnen, das Problem des ineffizienten Einsatzes von Betriebsmitteln wie Dünger und Saatgut zu lösen und dadurch die Rentabilität zu steigern.

Dr. Stefanie Hartje

Stefanie vereint mehrere Funktionen im Unternehmen in einer Person: Sie ist Managerin, leitende Wissenschaftlerin und Mentorin sowie verantwortlich für die Integration mehrerer Abteilungen. Sie spielt eine Schlüsselrolle bei der Förderung modernster wissenschaftlicher Techniken auf dem Gebiet der Kartoffelzucht. Mit ihrem Engagement und ihren innovativen Ideen trägt sie entscheidend dazu bei, die Kartoffel fit für die Zukunft zu machen und sie für die kommenden Herausforderungen in der Landwirtschaft (Klimawandel, Trockenheit, Verzicht auf Pestizide usw.) zu stärken.

Solvejg Kristensen

Solveig ist Geschäftsführerin bei Eye-Grain, einem Unternehmen, das immer wieder neue Technologien in der Branche einführt und als erstes die Feuchtigkeitskonzentration in den Behältern und die CO2-Konzentration überwacht, um Hotspots und Verderb durch Insekten oder Pilze frühzeitig zu erkennen. Sie forscht für die Universität Aalborg, wird in zahlreichen akademischen Arbeiten genannt und fördert Maßnahmen für ihre Mitarbeiter zur Verbesserung der psychischen Gesundheit und zum Stressabbau.

Pauline Canteneur
Iryna Chornobai
Maria Rist Jónsdóttir
Angela Falagario
Dr. Uta König von Borstel

Jury und Kriterien

Die internationale Jury setzt sich aus Frauen aus der Landwirtschaft, des Agribusiness sowie angrenzender Bereiche zusammen. Sie bewertet die eingereichten Bewerbungen auf Basis folgender Kriterien:

  • Innovative Arbeiten, Projekte und Initiativen
  • Auswirkungen auf die Landwirtschaft im Allgemeinen, auf Prozesse oder bestimmte Bereiche (regional, national, international)
  • Persönliche Präsentation im Allgemeinen

Jury-Mitglieder

Yuliya Bondarenko
CEO, DLG Ukraine

Die Geschichten erfolgreicher weiblicher Fachkräfte im Agribusiness stärken, inspirieren und setzen eine Vision für andere Kolleginnen und vor allem für Berufseinsteigerinnen. Mit dem WomeninAg Award geben wir ihnen eine Stimme!

Vita:

Geboren in Kiew, Ukraine, Absolventin der Nationalen Agraruniversität der Ukraine und der Leibniz Universität Hannover in Deutschland im Bereich internationales Agribusiness. Yuliya hat rund 15 Jahre Erfahrung in ukrainischen und internationalen Unternehmen in den Bereichen Agrarmarketing, Kommunikation und Projektmanagement. Seit 2016 ist sie Geschäftsführerin der ukrainischen Tochtergesellschaft DLG Ukraine und entwickelte erfolgreich mehrere Ausstellungsplattformen für den Ackerbau und die Kartoffelproduktion wie die Internationalen Feldtage und den Kartoffeltag. Seit 2022 arbeitet Yuliya Bondarenko für den DLG-Service an der Entwicklung neuer Ausstellungsbereiche für vertikale Landwirtschaft und neue Lebensmittelsysteme.  

Mathilde Brion
Agrarjournalistin, Frankreich

Als Journalistin seit 2011, habe ich mich 2018 auf die Landwirtschaftpresse in der Tierproduktion spezialisiert. Vor allem vor Ort schätze ich, den Erfahrungsaustausch mit Landwirten und Technikern, Frauen wie Männern. Ich setze mich das ganze Jahr ein um ihre Stimmen zu vertreten. Für mich ist die Förderung der Frauen in der Landwirtschaft Teil eines egalitaristischen Ansatzes auf der Ebene der Gesellschaft und der Nationen. Ich teile den Ehrgeiz von WIAG durch seinen Willen «zu einer Zukunft beizutragen, in der Preise speziell für Frauen nicht mehr notwendig sein werden». Vor dem Hintergrund einer weltweiten Schwächung der Frauenrechte ist es wichtiger denn je, aktiv zu werden.

Freya von Czettritz
CEO, DLG Holding und Gründerin des DLG-Female Agri Fellows Netzwerk, Deutschland

Es ist von entscheidender Bedeutung, mehr Frauen in unserer Branche zu haben, da ihre Perspektiven und Erfahrungen irre nützlich für den Blick aus allen Perspektiven ist und zudem Innovation fördern.
Frauen bereichern den Talentpool, verbessern die Zusammenarbeit in Teams und treiben Prozesse mit Kompetenz und Präzision voran.

Die Förderung von Frauen und die Anerkennung ihrer Leistungen schaffen nicht nur ein integrativeres und gleichberechtigteres Arbeitsumfeld, sondern setzen auch inspirierende Beispiele für künftige Generationen und fördern Vielfalt und Gleichberechtigung in allen Sektoren.

Vita:

Freya v. Czettritz treibt als CEO der DLG Holding die Verzahnung von Agrar und Food international voran. Mit dem Wissenspool der 30.000 DLG-Mitglieder; den etablierten Formaten, wie den Leitmessen AGRITECHNICA und EuroTier und ihrem internationalen Agrar-Netzwerk arbeitet sie mit Herzblut für eine moderne und nachhaltige Landwirtschaft.

Melinda Hashimoto
CEO, Egg Farmers of Australia

Es ist oft schwierig, Frauen zu finden, die bereit sind, andere zu betreuen. Mehr Frauen in der Landwirtschaft werden nicht nur für großartige Führungskräfte sorgen, sondern auch für großartige Mentoren, die künftigen Generationen helfen können.  Frauen in Führungspositionen arbeiten zusammen, und langsam wird der "Boys Club" die Vorteile von Frauen in der strategischen Arbeit und in der Führungsrolle erkennen, anstatt zu sehen, dass Frauen nur in unterstützenden Rollen und hinter den Kulissen arbeiten. Frauen sind oft stille Leistungsträgerinnen, und deshalb ist es wichtig, dass es Auszeichnungen wie "Women in Ag" gibt, um nicht nur das Talent von Frauen in der Landwirtschaft zu zeigen, sondern auch die harte Arbeit anzuerkennen, die alle Frauen Tag für Tag leisten.

Vita:

Melinda ist seit ihrer Ernennung im Juli 2019 CEO von Egg Farmers of Australia. Zuvor war sie unter anderem Beraterin von Landwirtschaftsministern auf Bundes- und Landesebene sowie des Ministeriums für Handel und Investitionen von Queensland. Die 2016 gegründete Egg Farmers of Australia (EFA) ist die nationale Branchenentwicklungsorganisation für australische Eierproduzenten. Die Kernbereiche der Arbeit beziehen sich auf die Interessenvertretung in Bezug auf Biosicherheit, Lebensmittelsicherheit und die australischen Tierschutzstandards und -richtlinien für Geflügel. Die EFA treibt die Politik für die australische Eierindustrie voran, berät sich mit der Regierung und liefert durch die Vertretung der Mitglieder Input und Feedback zu politischen Maßnahmen, die sich auf die Eierproduktion auswirken. Zu den EFA-Mitgliedern gehören Landwirte mit Käfig-, Boden-, Freiland- und Bio-Eiern. Melinda ist der Meinung, dass es wichtig ist, Mentoren zu sein und anderen bei der Entwicklung aller Lebensbereiche zu helfen. 

Hella Otten
Gründerin des Women in Agribusiness network, Germany

Ich komme von einem landwirtschaftlichen Betrieb aus Niedersachen (Westertimke) und habe an der CAU-Universität in Kiel Agrarwissenschaften studiert.

Seit über 23 Jahren arbeitete ich bei der NORD/LB, früher Bremer Landesbank. Dort habe ich den Warenterminhandel im Bereich Risikomanagement Agrar- und Ernährungswirtschaft für die Bank implementiert und aufgebaut. Außerdem gehörte das Veranstaltungsmanagement in diesem Bereich zu meinen Aufgaben, wie zum Beispiel der Milchwirtschaftstag, Ernährungswirtschaftstag, etc. Aktuell arbeite ich für die Bank im Bereich Immobilen Finanzierung. 

Seit Juni 2021 arbeite ich auch für die AGRAVIS im Bereich Agrarerzeugnisse. Hier verantworte ich das Veranstaltungsmanagement. Ich habe den ACD AGRAVIS Commodity Tag ins Leben gerufen und moderiere diese Art von Events für das Unternehmen. Seit Anfang dieses Jahrs wirke ich in dem Projekt „Frauen bei AGRAVIS“ mit.

Seit März 2018 gehöre ich dem Vorstand des Bremer Getreide- und Futtermittelvereins an. Dort kümmere ich mich um deren beiden Börsenveranstaltungen. Außerdem moderiere und plane ich Veranstaltungen des Vereins.

Im Oktober 2017 habe ich das Netzwerk WiA – Women in Agribusiness gegründet. In Bremen kamen 20 Frauen zum „Netzwerken“ erstmals zusammen. Heute sind wir über 100.

Kim Schoukens
Gründerin und Herausgeberin des Women in Ag-Magazine, Belgien

Nachdem ich als Stadtkind aufs Land gezogen war, eröffnete sich mir eine ganz neue Welt. Eine Welt voller starker Frauen, von denen jede ihrer Rolle auf dem Bauernhof oder auf dem Feld gerecht wird. Diese Frauen um mich herum haben mich dazu motiviert, das Women in Ag Magazine zu gründen und ihre Geschichten zu erzählen. Ich möchte ihr Wissen und ihre Erfahrungen weitergeben und andere Frauen in diesem Sektor dazu inspirieren, Schritte zu unternehmen, Ideen umzusetzen und unseren Sektor mit Leben zu füllen.

Sheila Zulu
Agronomin und Ausbilderin auf der Martin Richenhagen Future Farm, Zambia

In Sambia und in den meisten Teilen der Welt stellen Frauen mehr als 40 % der in der Landwirtschaft tätigen Arbeitskräfte. 
Die Arbeit der Landfrauen in der Landwirtschaft wird oft unterschätzt und ist unsichtbar, vor allem bei den Kleinbauern. Frauen spielen hauptsächlich unterstützende Rollen für die Männer und besitzen keinen Besitz oder Landtitel.
 
Wenn mehr Frauen in der Landwirtschaft tätig sind, wird ihr Bewusstsein für den Beitrag der Nation gestärkt und Geschlechternormen und Stereotypen werden aufgelöst. Eine höhere Anzahl von Frauen in der Landwirtschaft würde zu einer höheren Produktivität, einer Verringerung der geschlechtsspezifischen Unterschiede in diesem Sektor und einer größeren Ausgewogenheit zwischen den Geschlechtern insbesondere in ländlichen Gebieten führen. Sobald Frauen mehr in der Landwirtschaft tätig sind und diese wie ein Unternehmen führen, verfügen sie über eigene Ressourcen wie Land, Kredite, Betriebsmittel und andere Innovationen und haben die Kontrolle darüber. Darüber hinaus haben Frauen eine natürliche Stärke, die den Zugang zu den Märkten für landwirtschaftliche Produkte erleichtert. Frauen sind immer innovativ, daher würde ein höherer Frauenanteil die Gründung von Landfrauenorganisationen oder Plattformen wie Women in Ag fördern, auf denen Errungenschaften, Erfolge und Bedenken geäußert werden können.
Es ist wichtig, Frauen und ihre Errungenschaften zu fördern, denn das öffnet die Türen für viele Frauen, die Erstaunliches leisten, um über die Geschlechternormen hinauszuwachsen und in der Welt zu glänzen. Die Förderung von Frauen spornt sie zu besseren Leistungen an, weil ihre Arbeit und ihre Bemühungen gewürdigt werden.

Vita:

Sheila Zulu ist Agronomin und Spezialistin für landwirtschaftliche Lösungen und arbeitet für die AGCO Corporation auf der AGCO Future Farm in Sambia. Sie ist auch eine zertifizierte Agronomie-Trainerin und eine öffentliche Rednerin, die sich leidenschaftlich für die Sensibilisierung für die Landwirtschaft als Geschäft und andere Maßnahmen einsetzt, die zur Entwicklung der Kapazitäten der Landwirte beitragen.
Sie ist spezialisiert auf Pflanzenbau, Pflanzenernährung, Pflanzenschutz, Ernte- und Lagertechniken. Sie verfügt über mehr als 15 Jahre Erfahrung mit Praktiken und Programmen, die darauf abzielen, die besten landwirtschaftlichen Praktiken zu entwickeln, um die Rentabilität der Landwirtschaft zu verbessern und die Lebensbedingungen der Landwirte zu sichern.
Sheila ist Mitglied des Beirats der Alliance for Modernizing African Agri-food Systems und Mitglied der American Society of Agricultural and Biological Engineers (ASABE).
Sheila war zuvor in der Versicherungsbranche für landwirtschaftliche Versicherungen, in der Saatgutindustrie mit starker Beteiligung an der Saatguterzeugung und -vermarktung sowie an Programmen zur Erhaltung der Landwirtschaft für Kleinbauern tätig.
 Akademisch hat sie einen MSc-Abschluss in Agrarwissenschaften und Produktionssystemen von der Harper Adams University (UK), einen BTech-Abschluss in Agrarmanagement von der University of South Africa, ein Nationaldiplom in landwirtschaftlicher Pflanzenkunde vom Natural Resources Development College und ein Versicherungsdiplom vom Zambia Insurance Business College. Sheila hat Kurse in konservierender Landwirtschaft und Bodenbearbeitungstechniken, Saatgutinspektionstraining, Farm-Management-Informationssysteme bei BayWa und Traktorfahren und -bedienung im Rahmen des AGCO-Mechanisierungsschulungsprogramms absolviert.

Dr. Jane Tapel
Direktor für Landwirtschafts- und Fischereiwesen Philippinen

Als ich ein kleines Mädchen war, erlebte ich, wie Frauen, vor allem Mütter, ihr eigenes kleines Stück Land bestellten, um das Familieneinkommen aufzubessern. Andere Frauen üben landwirtschaftliche Tätigkeiten aus, wie z. B. die Weiterverarbeitung ihrer landwirtschaftlichen Erzeugnisse zu Nahrungsmitteln und/oder den Verkauf ihrer überschüssigen landwirtschaftlichen Erzeugnisse in der Gemeinde (Barangay). In den meisten Fällen stehen die Frauen an vorderster Front, wenn es darum geht, Reis von Hand zu pflanzen, die Felder zu pflegen (Unkraut zu jäten, die Felder zu reparieren), zu ernten, die Körner zu trocknen und manchmal auch von Hand zu stampfen, um sauberen Reis zu erhalten.

Diese landwirtschaftlichen Tätigkeiten scheinen sehr hart und voller Schufterei zu sein, aber es ist eine Alternative, um das Familieneinkommen zu steigern und die Kinder mit frischen und nahrhaften Lebensmitteln zu versorgen. Ich habe an der Hochschule Agraringenieurwesen studiert, das zu den vorrangigen Studiengängen für Stipendien gehört, mit dem Gedanken, dass ich den Landwirten, insbesondere den Frauen, helfen kann, die Arbeit in der Landwirtschaft zu genießen, indem ich sie zu einer leichten und rentablen Aufgabe mache. Als praktizierender Agraringenieur habe ich festgestellt, dass es früher, als noch weniger Maschinen eingesetzt wurden, mehr Frauen in der Landwirtschaft gab als heute, wo die meisten landwirtschaftlichen Betriebe mechanisiert sind.

Daraus habe ich gefolgert, dass die meisten Frauen die Maschinen nicht bedienen können und daher bei den Arbeiten verdrängt werden. Angesichts dieses Szenarios ist es notwendig, geschlechtergerechte Maschinen zu entwickeln und die Frauen in der mechanisierten Landwirtschaft zu schulen, um mit dem technologischen Wandel Schritt zu halten. Die Gründung des Bureau of Agricultural and Fisheries Engineering (BAFE) trug langsam zur Umwandlung des philippinischen Agrar- und Fischereisektors in ein modernisiertes Landwirtschaftssystem bei.

Das BAFE, das als technischer Arm des philippinischen Landwirtschaftsministeriums gilt, war federführend bei der Ausarbeitung des Nationalen Modernisierungsplans für Landwirtschaft und Fischerei, der die Grundlage für die Infrastruktur- und Maschineninterventionen der Regierung bildet. Der Plan berücksichtigt geschlechtsspezifische Gesichtspunkte bei der Konstruktion, der Herstellung, dem Betrieb und der Wartung der Maschinenkomponenten. Dadurch erhalten alle Geschlechter die gleichen Chancen, und wir können die einzigartige Rolle und den Beitrag von Frauen bei der Förderung einer nachhaltigen Entwicklung erkennen.

Als stellvertretende Direktorin des BAFE sorge ich dafür, dass Frauen (insbesondere Ingenieurinnen) die gleichen Chancen haben wie ihre männlichen Kollegen, da wir Kompetenz und Arbeitsleistung als Hauptkriterien betrachten. Diese Strategie hat dazu beigetragen, dass mehr Frauen ein Studium der Agrartechnik aufnehmen. Und mehr professionelle Agraringenieure, die im Agrar- und Fischereisektor beschäftigt sind.



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