Zum Hauptinhalt springen

DLG-AGRIFUTURE CONCEPT WINNER 2022

Shortlist für den neuen Zukunftspreis Agrartechnik

Die DLG kürt erstmalig die „DLG-Agrifuture Concept Winner“ für landtechnische Pionierarbeiten und Zukunftsvisionen. Die neue Auszeichnung konzentriert sich auf die technischen Möglichkeiten in den kommenden fünf bis zehn Jahren und nimmt die realistischen Umsetzungschancen in den Blick. Die DLG hat jetzt die Shortlist der 10 nominierten Innovationen für den Preis bekanntgegeben. Aus der Shortlist werden in einer zweiten Runde von Fachgremien der DLG und internationalen Vertretern fünf Konzepte gekürt. Die Preisverleihung findet online im Digital-Programm der Agritechnica am 15. Februar 2022 statt.

Für eine herstellerunabhängige und direkte drahtlose Maschine-zu-Maschine-Kommunikation sind von der Frage nach geeigneten Funkstandards, den richtigen Transportschichtprotokollen sowie geeigneten und vor allem sicheren Kommunikationsverfahren eine Vielzahl von Problemen zu lösen. Die Common Coverage Map stellt eine Erweiterung der heutigen Section Control-Funktionalität im ISOBUS-Standard um eine Mehrmaschinenlösung in gemischten Flotten für die kooperative Feldarbeit dar. Auf ihrer Basis können mehrere Maschinen auf einem Feld zusammenarbeiten, indem Führungslinien und Feldgrenzen untereinander ausgetauscht werden.

AGCO Fendt GmbH
(Halle 19/20, Stand A14)

Im Rahmen der Klimaschutz-Diskussion stehen alternative Konzepte zur Mobilität ganz oben auf der Agenda. Das H2-Agrar-Projekt hat das Ziel, die Potenziale und Perspektiven der Wasserstoffnutzung in der Landwirtschaft auszuloten. Es sollen innovative Lösungen entwickelt werden, die zeigen, dass eine dezentrale Wasserstoffproduktion und -nutzung in der Landwirtschaft wirtschaftlich erfolgreich integriert werden kann und wie eine wasserstoffbetriebene Landwirtschaft mit entsprechender Wasserstoffinfrastruktur in ein Gesamtsystem der Wasserstoffversorgung und Sektorkopplung zu überführen ist. So können über wasserstoffbetriebene Traktoren Fragestellungen zur Mobilität bearbeitet bzw. mögliche Wasserstoffmobilitäts-Lösungen demonstriert und erprobt werden. Zum Konzept gehört auch eine Übertragung lokaler Ansätze und Ergebnisse auf andere landwirtschaftliche Gebiete.

AGCO Fendt GmbH
(Halle 19/20, Stand A14)

Gegenstand dieses Projektes ist eine intelligente Automatisierung von Traktor-Anbau-Systemen mit Selbstoptimierungsfähigkeiten, basierend auf einem maschinellen Lernansatz mit Felddaten. Unabhängig von den Fähigkeiten des Bedieners können so die Anforderungen an die Arbeitsqualität im Pflanzenbau eingehalten werden. Gleichzeitig wird die Effizienz gesteigert, d. h. Kraftstoffverbrauch und Emissionen werden reduziert, die Leistung gesteigert und in kürzerer Zeit mehr Anbaufläche bearbeitet.

In Kooperation mit AGRAVIS Raiffeisen AG (Halle 20, Stand A53) und Schmotzer Hacktechnik GmbH​​​​​​​ (Halle 9, Stand E31)

Eine Ertragsoptimierung trotz geringeren Einsatzes von Düngern und Pflanzenschutzmitteln verspricht das Konzept „Controlled Row Farming“, ein neues Ackerbauverfahren für die Landwirtschaft, bei dem jede pflanzenbauliche Maßnahme im Bezug zu einer festen Reihe erfolgt. Durch den Anbau aller Kulturpflanzen in einem festen und einheitlichen Reihenabstand von 50 cm (Getreide in Doppelreihen) und unter Einbeziehung eines Reihenversatzes von 25 cm zur Mitnahme positiver Fruchtfolgeeffekte können gleichzeitig ein Ertragsoptimum und eine maximale Effizienz der Betriebsmittel erreicht werden. Die Möglichkeit einer Untersaat von Begleitpflanzen zwischen den Reihen der Hauptkultur stärkt den Wert des landwirtschaftlichen Ökosystems, z. B. durch Minderung von Wasserverdunstung und Erosion.

Bayer AG Crop Science Division
(Halle 13, Stand C12)

Das integrierte Drift-Management-Konzept basiert auf einer Erfassung zusätzlicher Informationen zur Abdriftneigung und ggf. einzuhaltende Pufferzonen und Abstandsregelungen auf den Etiketten von Pflanzenschutzmitteln. Diese gespeicherten Informationen werden beim Einfüllen des Pflanzenschutzmittels in die Spritze in eine Anwendungskarte übersetzt, gleichzeitig werden in situ, d. h. in Echtzeit Windrichtung und -geschwindigkeit vor Ort auf dem Feld erfasst. Wenn erforderlich werden so automatisch Driftreduzierungsdüsen zugeschaltet sowie Pufferzonen und Abstandsregelungen eingehalten. Das System zeichnet alle Aktivitäten auf und speichert diese einschließlich der Wetterinformationen ab.

Robert Bosch GmbH
(Halle 16, Stand A10)

Im Bosch Off-Highway Vision System werden die von verschiedenen Kamera-, Radar- und Ultraschallsensoren generierten Daten auf einem zentralen Display aggregiert. Konkret angezeigt wird der Videostream eines Multikamerasystems. Dieser wird mit den von Radar- und Ultraschallsensoren erkannten Objekten überlagert und hebt diese somit visuell hervor. Die intelligente Kombination ermöglicht Maschinenherstellern Rapid Prototyping mit einem detaillierten Vergleich der Sensorsysteme.

CNH Industrial Germany GmbH
(Halle 3, Stand B48)

Das Konzept von Connect Protein bietet allen Beteiligten entlang der Wertschöpfungskette - von den Erzeugern über die Händler bis hin zu den Käufern - volle Transparenz während des gesamten Wachstumszyklus der Nutzpflanzen. Dazu werden die agronomischen Daten aus den verschiedenen Anbauschritten zentral gesammelt. So kann nach der Ernte ein vollständiger Ertrags- und Qualitätsbericht über den gesamten Anbauzyklus erstellt werden.

CNH Industrial Germany GmbH
(Halle 3, Stand B48)

Das hybride Antriebskonzept von Steyr setzt auf ein Hybrid-Elektrogetriebe auf und ist für moderne Hochleistungstraktoren konzipiert. Ziel der Entwicklung war dabei eine Erhöhung der Leistungsdichte und Nutzlast des Traktors. Hierzu wird eine parallele und serielle Hybridarchitektur an das vorhandene Doppelkupplungsgetriebe gekoppelt und von Superkondensatoren unterstützt. Das neue Antriebskonzept bietet so neue Hybridfunktionen, die die Traktorproduktivität und den Fahrerkomfort wesentlich verbessern können.

Kubota Germany GmbH
(Halle 5, Stand B15)

Gemeinschaftsentwicklung mit Tevel Aerobotics Technologies

Jedes Jahr werden weltweit – auf  einer Fläche von 70 Millionen Hektar – über 800 Millionen Tonnen Obst produziert. Gerade die Obsternte ist dabei über weite Strecken noch Handarbeit, die vor allem durch über zehn Millionen, nur temporär beschäftigte Erntehelfer verrichtet wird. Das Konzept eines automatisierten Obsterntesystems besteht aus Erntemaschinen, die auf eine innovative Kombination aus kabelgebundenen Drohnen und entsprechenden Lösungen für die Logistik aufsetzt. So wird nicht nur der Ernteprozess mechanisiert und automatisiert, sondern das System lässt sich auch optimal in bestehende Erntebetriebe und deren Arbeitsabläufe integrieren.

Technische Universität Braunschweig, Johann Heinrich von Thünen Institut, Julius Kühn Institut

Gemeinschaftsentwicklung von:

Das Konzept „Spot Farming“ stellt die Lebens- und Wachstumsbedingungen einzelner Kulturpflanzen auf den Stufen der Pflanze, des Feldes und der umgebenden Landschaft in den Mittelpunkt einer intensiven Beobachtung durch den Landwirt. Auf dieser Basis wird versucht, vier Punkte zu optimieren: Es sollen für die jeweiligen Standortbedingungen optimale Nutzpflanzen bzw. Sorten ausgewählt, die räumlichen und zeitlichen Managementpraktiken verbessert, die Effizienz von Agrochemikalien erhöht und funktionalen Strukturen in der Agrarlandschaft gestärkt werden.