Biogas - Technik und Trends

Dr. Gerd Reinhold, Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft, Jena
Nachdem im 19. Jahrhundert erstmals der mikrobiologische Ursprung der Methanbildung nachgewiesen wurde, begann um 1920 in den Klärwerken die technische Nutzung von Biogas (1). Kurz nach dem zweiten Weltkrieg fand die Biogastechnologie erstmals in der Landwirtschaft Anwendung (2). Der Entwicklungsweg der Biogastechnologie in der Landwirtschaft ist besonders durch Zeiten mit geringer Verfügbarkeit bzw. Hochpreisphasen der fossilen Energieträger gekennzeichnet. Eine zweite „Welle“ der Biogastechnik ist zeitgleich mit der ersten Ölkrise Ende der 70er Jahre zu terminisieren. In der Bundesrepublik Deutschland wurden in dieser Zeit ca. 600 kleine bis mittlere Biogasanlagen und in der ehemaligen DDR sieben Großanlagen unterschiedlichster Bauart betrieben (3). Die Verteuerung fossiler Energieträger Ende der 90er Jahre führte zur erneuten Rückbesinnung auf das Biogas. Das Stromeinspeisegesetz (1994) und das Erneuerbare-Energien-Gesetz (2000) sind wichtige Meilensteine in dieser Entwicklung. Gekennzeichnet waren die Biogasanlagen einerseits durch eine hohe technische und verfahrenstechnische Vielfalt und andererseits durch Ausfälle der zum Einsatz kommenden Technik, im speziellen der BHKW´s (4). Mit dieser Novelle zum Erneuerbaren-Energien-Gesetz (2004) wurden die ökonomischen Grundlagen für den Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen und damit zur breiten Anwendung in der Landwirtschaft geschaffen.


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